Der Mutterschutzurlaub

Schwangere Frauen, die einer versicherungspflichtigen beruflichen Tätigkeit nachgehen, haben Anspruch auf Mutterschaftsurlaub, sofern sie nicht in den Genuss von günstigeren gesetzlichen oder tarifvertraglichen Bestimmungen gelangen. Das umfasst die durch einen Arbeits- oder Ausbildungsvertrag gebunden Frauen sowie diejenigen, die einer Tätigkeit als Selbstständige nachgehen und diejenigen, die während der Schulferien als Schüler oder Studierende beschäftigt sind.

Um Anrecht auf finanzielle Beihilfe während des Mutterschutzurlaubs zu haben, muss die Arbeitnehmerin im Laufe der 12 Monate vor Beginn des Schwangerschaftsurlaubs während mindestens 6 Monaten gesetzlich krankenversichert gewesen sein.

Der Schwangerschaftsurlaub besteht aus einem vorgeburtlichen Urlaub von 8 Wochen und einem nachgeburtlichen Urlaub von  12 Wochen. Folgende Regeln gelten:

  • Die schwangere Frau darf während den 8 letzten Wochen vor dem wahrscheinlichen Geburtstermin nicht beschäftigt werden. Dieser „vorgeburtliche Urlaub“ wird durch ein Attest bestätigt, das den wahrscheinlichen Geburtstermin angibt. Dieses Attest ist per Einschreiben 10 Wochen vor dem wahrscheinlichen Geburtstermin an den Arbeitgeber und an die Krankenkasse zu senden (das Attest für die Krankenkasse zeitgleich mit dem Urlaubsantrag zugesandt werden).
  • Am Tag der effektiven Niederkunft lässt die Arbeitnehmerin der Krankenkasse ein ärztliches Attest, das das Geburtsdatum angibt, sowie eine Kopie der Geburtsurkunde des Neugeborenen zukommen.
  • Die Arbeitnehmerin darf während den 12 Wochen nach der Geburt nicht beschäftigt werden.

Achtung: Wenn das Kind vor dem voraussichtlichen Zeitpunkt geboren wird, verlängert der Mutterschaftsurlaub nach der Geburt sich entsprechend. Allerdings darf die Gesamtdauer 20 Wochen nicht überschreiten. Wenn das Kind nach dem voraussichtlichen Zeitpunkt geboren wird, gilt das Beschäftigungsverbot weiter, ohne dass der nachgeburtliche Urlaub verkürzt werden darf.

Entschädigung des Mutterschaftsurlaubs

Die Mutterschaftsentschädigungen, die die Krankenkasse während der gesamten Dauer des Mutterschaftsurlaubs zahlt, entspricht dem steuerbaren Bruttolohn (weniger Soziallasten und Steuern; dieser ist jedoch auf das 5-Fache des sozialen Mindestlohns begrenzt), den die Versicherte im Falle der Fortsetzung ihrer Arbeit verdient hätte (der 13. Monat und sonstige Vergütungen nicht einbegriffen).

Rechte der schwangeren oder niedergekommenen Arbeitnehmerin

Während des Schwangerschaftsurlaubs ist der Arbeitgeber verpflichtet, der Arbeitnehmerin ihren Arbeitsposten zu bewahren, oder falls das nicht möglich ist, einen vergleichbaren Posten, der ihren Qualifikationen entspricht mit einem zumindest gleichen Lohn.

Die Periode des Schwangerschaftsurlaubs gilt für die Berechnung der Betriebszugehörigkeit und wird einer Arbeitsperiode gleichgestellt für das Anrecht auf Jahresurlaub.

Der zu Beginn des Schwangerschaftsurlaubs noch nicht in Anspruch genommene Jahresurlaub wird innerhalb der gesetzlichen Fristen verlegt.

Um ihr Kind selbst betreuen zu können, kann die Arbeitnehmerin am Ende des Mutterschaftsurlaubs ohne Kündigungsfrist ihre Arbeit nicht mehr aufnehmen. Ein Jahr lang verfügt sie über ein Recht auf bevorzugte Wiedereinstellung samt sämtlicher Vergünstigungen, die ihr zum Zeitpunkt ihres Ausscheidens zugestanden hätten.

Arbeitsdauer und Stillzeiten

Die schwangere und die stillende Frau darf nicht zu Überstunden gezwungen werden.

Stillt die Frau ihr Kind auch nach dem Schwangerschaftsurlaub, so hat sie Anrecht auf eine Stillzeit während den Arbeitsstunden. Diese Stillzeit wird nur auf Antrag gewährt und auf die regelmäßige Vorlage von ärztlichen Attesten. Diese Stillzeiten gelten als Arbeitszeiten und werden entsprechend entlohnt.

Die Familienzulagen

Die europäischen Verordnungen regeln welches Land vorrangig und nachrangig für die Zahlung von Familienleistungen zuständig ist. Das kann unterschiedlich sein je nachdem ob Sie in Luxemburg arbeiten und im Ausland wohnen, der andere Elternteil im Ausland arbeitet oder keiner beruflichen Tätigkeit nachgeht, ob das Kind in Luxemburg oder im Ausland lebt usw. Von diesen Faktoren hängt ab ob die Zukunftskasse (CAE) die Familienleistungen vorrangig oder nur einen Unterschiedsbetrag bezahlt.

Seit dem 1. August 2016 können nur noch leibliche oder adoptierte Kinder in den Genuss des Luxemburger Kindergeldes kommen. Die Kinder des Partners, sofern dieser nicht im Großherzogtum Luxemburg beschäftigt ist, sowie Pflegekinder haben demnach kein Anrecht auf Kindergeld.

Für die Zahlung der Familienzulagen bestehen zwei Möglichkeiten, je nachdem ob der Ehegatte (Mann oder Frau) in Deutschland berufstätig ist oder nicht.

Die Familienzulagen ohne bestehendes deutsches Recht

Das Familieneinkommen kommt nur aus Luxemburg

Die Familienzulagen werden ganz durch Luxemburg gezahlt. Die Familienzulagen enthalten das Kindergeld, die Alterszulage und die Zulage für den Schulanfang, die ab dem Schulanfang des Kindes (ab 6 Jahre) gezahlt wird.

Die Kindergeldkasse (Zukunftskeess CAE) in Luxemburg zahlt dem Grenzgänger die Zulagen direkt.

Der Antrag muss bei dieser Kasse gestellt werden. Die Zahlung geschieht monatlich.

Das Kindergeld wird ab dem Geburtsmonat des Kindes bis zum 18. Lebensjahr gezahlt. Unter bestimmten Bedingungen ist eine Verlängerung bis einschließlich zum 25. Lebensjahr möglich.

Seit dem 1. August 2016 gilt ein neues Gesetz zu den Familienleistungen mit einem dualen System für das Kindergeld.

Kindergeld (Duales System: „Altes System“ und „Neues System“)

Welches System für mein Kindergeld (Zulage für die Zukunft der Kinder)?

Altes System mit progressiv ansteigenden Beträgen (alte Beträge plus Kinderbonus), wenn

  • Ihr Kind vor dem 1. August 2016 geboren wurde oder
  • Sie vor dem 1. August 2016 in Luxemburg angefangen haben zu arbeiten und/oder
  • Sie vor dem 1. August 2016 in Luxemburg Ihren Wohnsitz hatten.

 

Unter http://www.cae.public.lu/fr/allocations/premiere-demande/allocation-pour-lavenir-des-enfants/montants.html finden Sie einen detaillierten Überblick der progressiv ansteigenden Beträge.

Neues System mit einem einheitlichen Betrag von 265  im Monat für jedes Kind (Kinderbonus bereits eingerechnet), wenn

  • Ihr Kind ein Einzelkind ist, fällt es unabhängig vom Geburtsdatum automatisch in das neue System (ab dem 1. August 2016)
  • Ihr Kind den 1. August 2016 oder später geboren wurde oder
  • Sie den 1. August 2016 oder später in Luxemburg angefangen haben zu arbeiten oder
  • Sie ab den 1. August 2016 in Luxemburg Ihren Wohnsitz haben.

 

ACHTUNG: Jede Unterbrechung der obligatorischen Versicherung bei der luxemburgischen Krankenkasse (> 16 Kalendertage) führt dazu, dass ein Kind des « alten System » bei seiner Neuversicherung automatisch ins neue System eingestuft wird.

Alterszulage zum Kindergeld (gültig ab dem 1. August 2016)

  • Für jedes Kind ab 6 Jahren kommt eine Alterszulage zum Kindergeld von 20 Euro hinzu;
  • Für jedes Kind ab 12 Jahren kommt eine Alterszulage zum Kindergeld von 50 Euro hinzu.

Zulage für den Schulanfang (gültig ab dem 1. August 2016)

Sie haben ebenfalls Anrecht auf eine Zulage für den Schulanfang, die vom Alter des Kindes abhängt:

  • Kinder im Alter von 6 – 11 Jahren = 115 € / Jahr
  • Kinder im Alter von ≥12 Jahren = 235 € / Jahr

Die Zulage für den Schulanfang wird einmal jährlich im August ausgezahlt. Sie wird automatisch für alle Kinder gezahlt, die Familienzulagen erhalten und die die Altersbedingung erfüllen.

Achtung: Die Kinder, die eingeschult werden, bevor sie das Alter von 6 Jahren erreicht haben, erhalten die Entschädigung auf Antrag und auf Vorlegung einer Einschreibebestätigung.

Familienzulagen mit bestehendem deutschemRecht

Der Ehegatte (Mann oder Frau) des Grenzgängers hat ein Einkommen in Deutschlandoder das Kind hat dort ein bestehendes Recht: Die Familienzulagen werden durch die zuständige deutscheFamilienzulagenkasse gezahlt.

Unter Einkommen versteht man eine Tätigkeit als Arbeitnehmer oder Selbstständiger; die Arbeitslosen- oder Krankenentschädigungen, sowie die Pensionen.

Der Antrag bei der deutschenFamilienzulagenkasse wird durch den Betroffenen selbst gestellt.

Beträge der deutschen Familienzulagen (Stand 07/2016):

  • Für die ersten zwei Kinder jeweils 190 €
  • Für ein drittes Kind 196 €
  • Für jedes weitere Kind 221 €

Da die Familienzulagen in Luxemburg höher liegen, muss die Kindergeldkasse von Luxemburg den Unterschied zahlen: Diese Zulage nennt sich „differentielle Zulage“. Der Antrag muss durch den Betroffenen selbst gestellt werden. Im Prinzip erhält man die Zahlung zweimal jährlich, d.h. nach dem 30. Juni und nach dem 31. Dezember eines jeden Jahres.

Achtung: Bei der Berechnung der differentiellen Zulage werden das Kindergeld, die Alterszulagen und die Schulzulage berücksichtigt.

Verlängerung des Kindergeldes über das 18. Lebensjahr hinaus:

Das Anrecht auf Kindergeld kann maximal bis zur Vollendung des fünfundzwanzigsten Lebensjahres aufrecht erhalten bleiben für Schüler die sich hauptsächlich ihren Studien widmen. Die Studien müssen eines der folgenden Kriterien erfüllen:

  • es sind Studien der Sekundarstufe, der technischen Sekundarstufe oder gleichwertige Studien die während wenigstens 24 Stunden in der Woche verfolgt werden;
  • es handelt sich um Studien die den Kompetenzen des Kindes angepasst sind und in einem Institut für Sonderpädagogik o.Ä. verfolgt werden;
  • es handelt sich um eine Lehre für die das Einkommen unter dem Mindesteinkommen liegt.

 

Für die Schüler die mehr als 18 Jahre alt sind, wird das Kindergeld am 31. Juli gestoppt. Die CAE wird Ihnen dann eine Anfrage über die Situation Ihres Kindes zukommen lassen. Nach Rücksendung und Bearbeitung dieser Anfrage kann die Zahlung des Kindergeldes wieder aufgenommen werden.

Es erwächst kein Anrecht aus den folgenden Studien:

  • Abendkurse
  • Fernkurse
  • Eine Lehre im Ausland, wenn der Lehrling dadurch sozialversichert ist.

 

Er hat dann nämlich das Statut eines Erwerbstätigen, und unterliegt auf Grund der Sozialreglementierung der europäischen Gemeinschaft so ausschließlich der Gesetzgebung des betreffenden Landes.

Die Sonderzulage für behinderte Kinder

Die Sonderzulage gilt als finanzielle Hilfe für die zusätzlichen Ausgaben, die den Eltern durch die Behinderung ihres Kindes entstehen.

Jedes Kind unter 18 Jahren, das unter einer verringerten physischen oder mentalen Kapazität um mindestens 50 % im Vergleich zu einem gleichaltrigen normalen Kind leidet, hat Anrecht auf eine Sonderentschädigung.

Der Betrag dieser Sonderentschädigung wurde auf 200 € pro Monat festgelegt.

Der Kinderbonus

Der Kinderbonus ist ab sofort Bestandteil des Kindergeldes.

Die Geburtszulage

Die vorgeburtliche Zulage und die eigentliche Geburtszulage sind der Mutter vorbehalten. Sie werden ausschließlich an die Mutter gezahlt. Ein Grenzgänger hat kein Anrecht auf diese beiden Zahlungen für seine Frau oder Partnerin, die nicht in Luxemburg lebt.

Die Geburtszulage setzt sich aus drei verschiedenen Prämien zusammen:

  • Die vorgeburtliche Zulage
  • Die eigentliche Geburtszulage
  • Die nachgeburtliche Zulage

 

Die Geburtszulage beträgt insgesamt 1740,09 €. Diese wird auf Anfrage in drei Zahlungen von jeweils 580,03€ überwiesen.

 

Bedingungen zum Erhalt der vorgeburtlichen Zulage:

  • Die Mutter muss sich mindestens 5 medizinischen  Untersuchungen, sowie einer zahnärztlichen Untersuchung unterziehen. Die Antragsformulare sind durch die behandelnden Ärzte auszufüllen. Sie erhalten die Formulare von Ihrem Frauenarzt oder auf Anfrage von der CAE.
  • Zum Zeitpunkt der letzten medizinischen Untersuchung, muss die Mutter ihren legalen Wohnsitz in Luxemburg haben oder selbst auf Grund einer Arbeit in Luxemburg sozialversichert sein.

Bedingungen zum Erhalt der eigentlichen Geburtszulage:

  • Das Kind muss lebensfähig geboren sein (die Schwangerschaft hat mehr als 22 Wochen gedauert).
  • Die Mutter muss sich nach der Geburt einer medizinischen Untersuchung durch den Frauenarzt unterziehen.
  •  Zum Zeitpunkt der Geburt, muss die Mutter ihren legalen Wohnsitz in Luxemburg haben oder selbst auf Grund einer Arbeit in Luxemburg sozialversichert sein.

Bedingungen zum Erhalt der nachgeburtlichen Geburtszulage:

  • Das Kind muss nach der Geburt und bis zum Alter von 2 Jahren 6 medizinischen Untersuchungen unterzogen werden. Diese Untersuchungen müssen von einem Kinderarzt, einem Internisten oder einem Allgemeinmediziner gemacht werden (Achtung: nicht von einer Hebamme oder einer Krankenschwester / Krankenpfleger!). Die genauen Zeiträume in denen die Untersuchungen stattfinden müssen, können Sie anhand dieser Tabelle ausrechnen.
  • Das Kind muss ab dem Datum seiner Geburt und bis zum Alter von zwei Jahren ohne Unterbrechung in Luxemburg erzogen werden, oder wenigstens ein Elternteil muss während dieser Zeit ununterbrochen aufgrund einer beruflichen Tätigkeit in Luxemburg sozialversichert sein.
  • Falls das Kind im Ausland geboren wurde und von einer in Luxemburg lebenden Person adoptiert wird, gilt die Bedingung der Untersuchungen, die im Ausland ausgeführt wurden, als erfüllt, falls die nachfolgenden Untersuchungen in Luxemburg fristgerecht ausgeführt wurden.

Der Elternurlaub

Reform des Elternurlaubs (Inkraftgetreten am 01. Dezember 2016)

 Allgemeine Prinzipien

Der Elternurlaub ist ein Sonderurlaub für Eltern, damit sie sich der Erziehung ihrer geborenen oder adoptierten Kinder widmen können. Dieser gilt für alle in Luxemburg Beschäftigten und Selbstständigen.

Jeder in Luxemburg beschäftigte Elternteil, der sein Kind zuhause erzieht, hat ein individuelles Recht auf Elternurlaub:

  • Der 1. Elternurlaub muss im Anschluss an den Mutterschafts- bzw. Adoptionsurlaub genommen werden. Mit Ausnahme von Alleinerziehenden.
  •  Der 2. Elternurlaub darf bis zur Vollendung des 6. Lebensjahrs des Kindes genommen werden (> 5 Jahre vor der Reform).
  • Beide Elternteile können zum gleichen Zeitpunkt Elternurlaub nehmen.

 

Anrecht auf Elternurlaub besteht bei einer durchgehenden Zugehörigkeit zur luxemburgischen Sozialversicherung während der 12 Monate vor Beginn des Elternurlaubs (mit einer maximalen Unterbrechung von 7 Tagen im Ganzen)

 

Die Dauer des Elternurlaubs

Sie finden hier die verschiedenen Elternurlaub-Modelle, die, je nachdem wie viele Wochenarbeitsstunden in ihrem Vertrag zum Zeitpunkt des Elternurlaubsantrages festgehalten sind, für Sie möglich sind.

Achtung: Falls Ihr Vollzeit-Arbeitsvertrag zwischen dem Zeitpunkt der Elternurlaubsanfrage und dem Anfang des Elternurlaubs ändert, muss Ihr Recht wieder neu untersucht werden. Dafür müssen Sie uns eine neue Anfrage zukommen lassen. Wir bitten Sie, uns jede Änderung Ihres Arbeitsvertrages mitzuteilen.

Sie arbeiten 40 Stunden/Woche. Sie können zwischen folgenden Modellen aussuchen:

  • Ein Vollzeit-Elternurlaub von 4 oder 6 Monaten
  • Ein Halbzeit-Elternurlaub von 8 oder 12 Monaten
  • Ein Teilzeit-Elternurlaub: 4 Monate während einer Gesamtperiode von 20 Monaten
  • Ein Teilzeit-Elternurlaub: 1 Tag pro Woche während einer Gesamtperiode von 20 Monaten.

 

Um den Teilzeit-oder Halbzeit Elternurlaub beantragen zu können, reicht es aus vor dem Antrag an den Arbeitgeber einen Vollzeit-Arbeitsvertrag zu haben. Das Ersatzeinkommen wird allerdings auf Basis der Durchschnittslöhne der vorausgegangenen 12 Monate berechnet.

Sie arbeiten 20 Stunden/Woche oder mehr: Sie können zwischen folgenden Modellen aussuchen:

  • Ein Vollzeit-Elternurlaub von 4 oder 6 Monaten
  • Ein Halbzeit-Elternurlaub von 8 oder 12 Monaten

 

Sie arbeiten 10 Stunden/Woche oder mehr:

  • Ein Vollzeit-Elternurlaub von 4 oder 6 Monaten.

 

Wenn Sie in einem Ausbildungsverhältnis sind:

  • Ein Vollzeit-Elternurlaub von 4 oder 6 Monaten.

 

Achtung: wenn Sie mehrere Arbeitgeber haben, haben Sie nur die Möglichkeit, einen Vollzeit-Elternurlaub von 4 oder 6 Monaten anzufragen. Das gleiche gilt auch, wenn Sie beispielweise Arbeitnehmer sind und gleichzeitig einer selbständigen Tätigkeit nachgehen.

Quelle: www.cae.public.lu

Der Antrag auf Elternurlaub

 

Der Antrag beim Arbeitgeber

 

  1. Vorgespräch mit dem Arbeitgeber zur Festlegung eines Elternurlaubsmodells und des flexiblen Elternurlaubsplans.
  2. Konsequenz:
    1. der Arbeitgeber MUSS dem Vollzeit-Elternurlaub zustimmen;
    2. der Arbeitgeber KANN den Teilzeit-/fraktionierten Elternurlaub ablehnen, aber mit der Bedingung einen alternativen Vorschlag vorzulegen. Sollten Sie mit der Alternative nicht einverstanden sein, haben Sie jederzeit Anspruch auf den Vollzeit-Elternurlaub.

 

Achtung: Falls Sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit Probezeit haben, können Sie Ihr Recht auf Elternurlaub erst nach der Probezeit geltend machen.

 

Der Schutz des Arbeitnehmers und die Wahrung der Rechte während dem Elternurlaub

Während der Dauer des Elternurlaubs wird der Arbeitsvertrag ausgesetzt. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer nach seinem Elternurlaub das Recht hat, seinen vorherigen Arbeitsposten wieder zu übernehmen, oder, wenn dies unmöglich ist, eine gleichartige Beschäftigung erhält, die seiner Qualifikation entspricht mit mindestens derselben Bezahlung.

Ab dem letzten Tag der Mitteilungsfrist des Antrags auf Elternurlaub und während dem gesamten Elternurlaub ist es dem Arbeitgeber untersagt, den Arbeitnehmer zu entlassen oder ihn zu einem entsprechenden Gespräch vorzuladen. Dieser Kündigungsschutz gilt sowohl für den vollzeitigen wie für den teilzeitigen Elternurlaub.

Im Falle der Entlassung aus schwerwiegendem Grund behält der Arbeitgeber sein Recht, den Vertrag mit sofortiger Wirkung zu beenden. Das Ende des Vertrages führt dann zum Ende des Elternurlaubs und der Arbeitnehmer muss die schon bezogenen Entschädigungen für den Elternurlaub zurückerstatten.

Ersatzeinkommen während des Elternurlaubs

 

Das Ersatzeinkommen wird berechnet auf der Basis:

  • des in den 12 Monaten vor dem Elternurlaub vom Arbeitgeber bei der Sozialversicherung deklarierten Einkommens;
  • des Durchschnitts der in den 12 Monaten vor dem Elternurlaub geleisteten wöchentlichen Arbeitsstunden.

Das Ersatzeinkommen liegt zwischen einer Untergrenze, die dem Mindestlohn entspricht, und einer Obergrenze die 5/3 des Mindestlohnes entspricht (für einen Vollzeitarbeitsvertrag).

Die Ober-und Untergrenzen hängen vom Durchschnitt der geleisteten Arbeitsstunden ab.

Übersicht auf Deutsch und Französisch

Die Erziehungszulage

Die Mutterschafts- und der Erziehungszulage sind zum 1. Juni 2015 abgeschafft. Die laufenden Fälle sind von der Abschaffung nicht betroffen, sofern alle hierfür erforderlichen Bedingungen erfüllt bleiben

Der Sonderurlaub aus familiären Gründen

Gültig seit dem 01. Januar 2018 

Arbeitnehmer, die ein Kind versorgen (< vollendetes 18. Lebensjahr),das aufgrund einer schweren Erkrankung oder eines Unfalls die Anwesenheiteines Elternteils benötigt, haben Anrecht auf Urlaub aus familiärenGründen. Die Altersbegrenzung von 18 Jahren gilt nicht für Kinderdie Anrecht auf eine Sonderzulage für behinderte Kinder haben.

Achtung: Als zu versorgende Kinder, gelten biologische und adoptierte Kinder.

Dauer :

  • 12 Tage für Kinder von 0-4 Jahre
  • 18 Tage für Kinder von 4-13 Jahre
  • 5 Tage bei stationärer Behandlung von Kindern zwischen 13-18 Jahre

 

Für behinderte Kinder mit Anspruch auf Sonderzulage verdoppelt sich die jeweilige Zahl an Urlaubstagen. Der Urlaub aus familiären Gründen kann aufgeteilt werden. Beide Elternteile können nicht zur gleichen Zeit Urlaub aus familiären Gründen nehmen.

Die Dauer des Urlaubs aus familiären Gründen kann verlängert werden, aufgrund einer Stellungnahme des med. Kontrolldienstes der Sozialversicherung, für Kinder, die unter einer schweren Krankheit oder außerordentlich schweren Behinderung leiden (max. Dauer: 52 Wochen innerhalb von 104 Wochen).

Achtung: Der Urlaub aus familiären Gründen, der bereits vor dem 1. Januar 2018 in der entsprechenden Altersstufe genommen wurde, wird von der Anzahl der zu gewährenden Urlaubstage in dieser Altersgruppe abgezogen!

Rechte und Pflichten des Begünstigten

Die Abwesenheit des Elternteils ist durch ein ärztliches Attest nachzuweisen, das den Gesundheitszustand des Kindes, die Notwendigkeit der Anwesenheit des Arbeitnehmers und die Dauer bescheinigt. Der Anspruchsberechtigte muss am ersten Tag seiner Abwesenheit den Arbeitgeber oder dessen Stellvertreter darüber, persönlich oder durch Dritte, mündlich oder schriftlich, informieren. Dies ist entscheidend, um den Arbeitnehmer vor Kündigung zu schützen. Der Urlaub aus familiären Gründen wird mit einer Arbeitsunfähigkeitsperiode wegen Krankheit/Unfall gleichgesetzt. Die gesetzlichen Bestimmungen zur Sozialversicherung und zum Kündigungsschutz bleiben für den Arbeitnehmer in diesem Zeitraum in Kraft.