Allgemeine Prinzipien

Der Elternurlaub ist ein Sonderurlaub für Eltern, damit sie sich der Erziehung ihrer geborenen oder adoptierten Kinder widmen können. Dieser gilt für alle in Luxemburg Beschäftigten und Selbstständigen.

Jeder in Luxemburg beschäftigte Elternteil, der sein Kind zuhause erzieht, hat ein individuelles Recht auf Elternurlaub:

  • Der 1. Elternurlaub muss im Anschluss an den Mutterschafts- bzw. Adoptionsurlaub genommen werden. Mit Ausnahme von Alleinerziehenden.
  •  Der 2. Elternurlaub darf bis zur Vollendung des 6. Lebensjahrs des Kindes genommen werden (> 5 Jahre vor der Reform).
  • Beide Elternteile können zum gleichen Zeitpunkt Elternurlaub nehmen.

Anrecht auf Elternurlaub besteht bei einer durchgehenden Zugehörigkeit zur luxemburgischen Sozialversicherung während der 12 Monate vor Beginn des Elternurlaubs (mit einer maximalen Unterbrechung von 7 Tagen im Ganzen)

Die Dauer des Elternurlaubs

Sie finden hier die verschiedenen Elternurlaub-Modelle, die, je nachdem wie viele Wochenarbeitsstunden in ihrem Vertrag zum Zeitpunkt des Elternurlaubsantrages festgehalten sind, für Sie möglich sind.

Achtung: Falls Ihr Vollzeit-Arbeitsvertrag zwischen dem Zeitpunkt der Elternurlaubsanfrage und dem Anfang des Elternurlaubs ändert, muss Ihr Recht wieder neu untersucht werden. Dafür müssen Sie uns eine neue Anfrage zukommen lassen. Wir bitten Sie, uns jede Änderung Ihres Arbeitsvertrages mitzuteilen.

Sie arbeiten 40 Stunden/Woche. Sie können zwischen folgenden Modellen aussuchen:

  • Ein Vollzeit-Elternurlaub von 4 oder 6 Monaten
  • Ein Halbzeit-Elternurlaub von 8 oder 12 Monaten
  • Ein Teilzeit-Elternurlaub: 4 Monate während einer Gesamtperiode von 20 Monaten
  • Ein Teilzeit-Elternurlaub: 1 Tag pro Woche während einer Gesamtperiode von 20 Monaten.

Um den Teilzeit-oder Halbzeit Elternurlaub beantragen zu können, reicht es aus vor dem Antrag an den Arbeitgeber einen Vollzeit-Arbeitsvertrag zu haben. Das Ersatzeinkommen wird allerdings auf Basis der Durchschnittslöhne der vorausgegangenen 12 Monate berechnet.

Sie arbeiten 20 Stunden/Woche oder mehr: Sie können zwischen folgenden Modellen aussuchen:

  • Ein Vollzeit-Elternurlaub von 4 oder 6 Monaten
  • Ein Halbzeit-Elternurlaub von 8 oder 12 Monaten

Sie arbeiten 10 Stunden/Woche oder mehr:

  • Ein Vollzeit-Elternurlaub von 4 oder 6 Monaten.

Wenn Sie in einem Ausbildungsverhältnis sind:

  • Ein Vollzeit-Elternurlaub von 4 oder 6 Monaten.

Achtung: wenn Sie mehrere Arbeitgeber haben, haben Sie nur die Möglichkeit, einen Vollzeit-Elternurlaub von 4 oder 6 Monaten anzufragen. Das gleiche gilt auch, wenn Sie beispielweise Arbeitnehmer sind und gleichzeitig einer selbständigen Tätigkeit nachgehen.

Quelle: www.cae.public.lu

Der Antrag auf Elternurlaub

Der Antrag beim Arbeitgeber
  1. Vorgespräch mit dem Arbeitgeber zur Festlegung eines Elternurlaubsmodells und des flexiblen Elternurlaubsplans.
  2. Konsequenz:
    1. der Arbeitgeber MUSS dem Vollzeit-Elternurlaub zustimmen;
    2. der Arbeitgeber KANN den Teilzeit-/fraktionierten Elternurlaub ablehnen, aber mit der Bedingung einen alternativen Vorschlag vorzulegen. Sollten Sie mit der Alternative nicht einverstanden sein, haben Sie jederzeit Anspruch auf den Vollzeit-Elternurlaub.

Achtung: Falls Sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit Probezeit haben, können Sie Ihr Recht auf Elternurlaub erst nach der Probezeit geltend machen.

Der Schutz des Arbeitnehmers und die Wahrung der Rechte während dem Elternurlaub

Während der Dauer des Elternurlaubs wird der Arbeitsvertrag ausgesetzt. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer nach seinem Elternurlaub das Recht hat, seinen vorherigen Arbeitsposten wieder zu übernehmen, oder, wenn dies unmöglich ist, eine gleichartige Beschäftigung erhält, die seiner Qualifikation entspricht mit mindestens derselben Bezahlung.

Ab dem letzten Tag der Mitteilungsfrist des Antrags auf Elternurlaub und während dem gesamten Elternurlaub ist es dem Arbeitgeber untersagt, den Arbeitnehmer zu entlassen oder ihn zu einem entsprechenden Gespräch vorzuladen. Dieser Kündigungsschutz gilt sowohl für den vollzeitigen wie für den teilzeitigen Elternurlaub.

Im Falle der Entlassung aus schwerwiegendem Grund behält der Arbeitgeber sein Recht, den Vertrag mit sofortiger Wirkung zu beenden. Das Ende des Vertrages führt dann zum Ende des Elternurlaubs und der Arbeitnehmer muss die schon bezogenen Entschädigungen für den Elternurlaub zurückerstatten.

Ersatzeinkommen während des Elternurlaubs

 

Das Ersatzeinkommen wird berechnet auf der Basis:

  • des in den 12 Monaten vor dem Elternurlaub vom Arbeitgeber bei der Sozialversicherung deklarierten Einkommens;
  • des Durchschnitts der in den 12 Monaten vor dem Elternurlaub geleisteten wöchentlichen Arbeitsstunden.

Das Ersatzeinkommen liegt zwischen einer Untergrenze, die dem Mindestlohn entspricht, und einer Obergrenze die 5/3 des Mindestlohnes entspricht (für einen Vollzeitarbeitsvertrag).

Die Ober-und Untergrenzen hängen vom Durchschnitt der geleisteten Arbeitsstunden ab.

Die Erziehungszulage

Die Mutterschafts- und der Erziehungszulage sind zum 1. Juni 2015 abgeschafft. Die laufenden Fälle sind von der Abschaffung nicht betroffen, sofern alle hierfür erforderlichen Bedingungen erfüllt bleiben

Der Sonderurlaub aus familiären Gründen

Gültig seit dem 01. Januar 2018 

Arbeitnehmer, die ein Kind versorgen (< vollendetes 18. Lebensjahr),das aufgrund einer schweren Erkrankung oder eines Unfalls die Anwesenheiteines Elternteils benötigt, haben Anrecht auf Urlaub aus familiärenGründen. Die Altersbegrenzung von 18 Jahren gilt nicht für Kinderdie Anrecht auf eine Sonderzulage für behinderte Kinder haben.

Achtung: Als zu versorgende Kinder, gelten biologische und adoptierte Kinder.

Dauer :

  • 12 Tage für Kinder von 0-4 Jahre
  • 18 Tage für Kinder von 4-13 Jahre
  • 5 Tage bei stationärer Behandlung von Kindern zwischen 13-18 Jahre

Für behinderte Kinder mit Anspruch auf Sonderzulage verdoppelt sich die jeweilige Zahl an Urlaubstagen. Der Urlaub aus familiären Gründen kann aufgeteilt werden. Beide Elternteile können nicht zur gleichen Zeit Urlaub aus familiären Gründen nehmen.

Die Dauer des Urlaubs aus familiären Gründen kann verlängert werden, aufgrund einer Stellungnahme des med. Kontrolldienstes der Sozialversicherung, für Kinder, die unter einer schweren Krankheit oder außerordentlich schweren Behinderung leiden (max. Dauer: 52 Wochen innerhalb von 104 Wochen).

Achtung: Der Urlaub aus familiären Gründen, der bereits vor dem 1. Januar 2018 in der entsprechenden Altersstufe genommen wurde, wird von der Anzahl der zu gewährenden Urlaubstage in dieser Altersgruppe abgezogen!

Rechte und Pflichten des Begünstigten

Die Abwesenheit des Elternteils ist durch ein ärztliches Attest nachzuweisen, das den Gesundheitszustand des Kindes, die Notwendigkeit der Anwesenheit des Arbeitnehmers und die Dauer bescheinigt. Der Anspruchsberechtigte muss am ersten Tag seiner Abwesenheit den Arbeitgeber oder dessen Stellvertreter darüber, persönlich oder durch Dritte, mündlich oder schriftlich, informieren. Dies ist entscheidend, um den Arbeitnehmer vor Kündigung zu schützen. Der Urlaub aus familiären Gründen wird mit einer Arbeitsunfähigkeitsperiode wegen Krankheit/Unfall gleichgesetzt. Die gesetzlichen Bestimmungen zur Sozialversicherung und zum Kündigungsschutz bleiben für den Arbeitnehmer in diesem Zeitraum in Kraft.