Die folgenden Erläuterungen umfassen die aktuell geltenden Regeln und beinhalten nicht die Änderungen durch die Steuerreform. Mehr Informationen finden Sie in unserer Broschüre „Steuerreform – Die wichtigsten Änderungen in 2017 & 2018“

Fahrtkosten und Werbungskosten

Als Werbungskosten gelten sämtliche Aufwendungen, die für den Erwerb, die Sicherung und den Erhalt des Arbeitsplatzes anzusehen sind.

Die Fahrtkosten

Der Steuerfreibetrag für Fahrtkosten wird normalerweise direkt auf der Steuerkarte eingetragen (durch die Gemeindeverwaltung bezw. durch das Steueramt).

Die Fahrtkosten sind pauschal festgelegt in Funktion der Distanz zwischen dem Wohnort des Steuerzahlers und seinem Arbeitsplatz.

Dieser Abstand entspricht dem gradlinigen Kilometerabstand zwischen den Hauptorten der Arbeits- und der Wohngemeinde. Die Abstände werden über ministeriellen Beschluss festgelegt.

Der Abzug wird anerkannt, unabhängig vom benutzten Verkehrsmittel.

Für Abstände unter 4 km wird ein jährlicher Pauschalbetrag jedem Arbeitnehmer zuerkannt (berücksichtigt in den Lohnsteuertabellen für die erste Steuerkarte). Für jeden zusätzlichen Kilometer wird dieser Pauschbetrag um 99 € erhöht.

Der Abzug ist auf jährlich 2970€ begrenzt, was einem Abstand von 30 km entspricht.

Falls der Steuerzahler nicht das ganze Jahr gearbeitet hat wird der Pauschalabzug auf ein Zwölftel seines Betrags pro komplett gearbeiteten Monat reduziert.

Achtung: Falls man seinen Wohnort während dem Jahr ändert, wird der Fahrtkostenabzug entsprechend dem günstigsten Fall zu Gunsten des Arbeitnehmers angepasst. Wenn also die Änderung zu Ungunsten des Arbeitnehmers erfolgt (Minderung der Fahrtkosten, wegen Annäherung an den Arbeitsort) erfolgt die Änderung erst am 1. Januar des Folgejahres. Wenn jedoch die Änderung zu Gunsten des Arbeitnehmers spielt, wird der Fahrtkostenabzug im Monat der Änderung erhöht.

Andere Werbungskosten als die Fahrtkosten

Als abzugsfähige Werbungskosten eines Einkommens aus Lohnbeschäftigung gelten alle Ausgaben, die direkt getätigt werden um das Einkommen des Arbeitnehmers zu erhalten, abzusichern und zu behalten, also in direktem wirtschaftlichen Zusammenhang mit dem Einkommen stehen.

Zu den Werbungskosten gehören Ausgaben, welche im Zusammenhang mit der Berufstätigkeit stehen:

  • Gewerkschaftsbeitrag
  • Beitrag zur Berufskammer
  • Kosten für Arbeitsmaterialien/Werkzeug/Sicherheitsausrüstung, usw
  • Kosten für typische Berufskleidung
  • Fachliteratur
  • Weiterbildungskurse wie beruflich bedingter Sprachkursus, Meisterprüfung, usw
  • Bewerbungskosten um eine Arbeitsstelle zu finden
  • Arbeitszimmer zu Hause ausschliesslich für berufliche Zwecke
  • Computer und Kosten ausschliesslich für berufliche Zwecke
  • Prozesskosten zur Sicherung und Erhaltung des Einkommen, Arbeitsgericht, Sozialgericht, Anwaltskosten
  • Spezielle Versicherungen im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit: z.Bsp. Absicherung der Pilotenlizenz bei Berufspiloten
  • Kosten bei Umzug aus beruflichen Gründen

Kosten, die in Zusammenhang mit dem täglichen Leben stehen (normale Kleidung, Wohnung, …) können nicht abgezogen werden.

In den meisten Fällen werden diese Kosten mit einem Pauschalabzug geltend gemacht, da die reellen Kosten oft niedriger sind. Dieser Pauschalabzug beträgt 540€ pro Jahr. Falls die Kosten höher sind, müssen sie im Detail als Anhang angegeben werden unter Beilage aller Belege.

Bei gemeinsamer Besteuerung des Ehepaars (beide sind in Luxemburg berufstätig) kann einer oder beide den Pauschalabzug beantragen oder die  reellen Werbungskosten.

Bemerkung: Der Pauschalabzug für Werbungskosten auf Renten und Pensionen beträgt 300€ pro Jahr.

Achtung: unter gewissen Bedingungen können invalide oder behinderte Arbeitnehmer eine Erhöhung des Pauschalabzug beantragen. Der Betrag wird dann in Funktion des Behinderungsgrads also der Minderung der Arbeitsfähigkeit erhöht. Er beträgt:

BehinderungsgradPauschalabzug
95% und 100%1.020,00€
85% und 95%960,00€
75% und 85%930,00€
65% und 75%885,00€
55% und 65%825,00€
45% und 55%780,00€
35% und 45%675,00€
25% und 35%645,00€

Dem Antrag ist beim ersten Mal ein medizinisches Attest zuzufügen, welches den Behinderungsgrad belegt.

(NB: Arbeitnehmer deren Sehvermögen weniger als 1/20 beträgt oder die derart eingeschränkt sind, dass sie ohne fremde Hilfe und Pflege nicht leben könnten, kommen in den Genuss einer spezifischen Erhöhung des Maximums. Der erhöhte Maximalbetrag ist auf 1.515 € jährlich festgelegt.)

Die Sonderausgaben

Als Sonderausgaben im steuerlichen Sinn gelten Ausgaben, welche im privaten Bereich getätigt werden und die normalerweise nicht abzugsfähig wären. Der Gesetzgeber erlaubt jedoch den Abzug von Ausgaben, die als sozial oder wirtschaftlich begründet werden können.

Diese Ausgaben, welche genauestens im Gesetz aufgezählt sind, können vom Gesamtjahreseinkommen des Zahlungsjahres abgezogen werden.

Die Sonderausgaben umfassen:

Die Schuldzinsen

Es handelt sich um Schuldzinsen, welche der Steuerpflichtige bezahlt in Zusammenhang mit einem Konsumkredit (kein Hypothekardarlehen).

In den meisten Fällen handelt es sich um Kredite die zum Kauf eines Auto, von Möbeln, usw dienen, oder um persönliche Ausgaben zu finanzieren, wie Reisen, Studien, Heirat,…

Auch Zinsen für die der Steuerzahler aufkommen muss in Zusammenhang mit dem Gebrauch von Kreditkarten oder anderer Bankkonten können geltend gemacht werden.

Schuldzinsen können in Abzug gebracht werden bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von 672€ pro Person (wird erhöht um 672€ für den Ehepartner und für jedes Kind im Haushalt).

Achtung: Es ist auch möglich die Schuldzinsen auf einem Hypothekar- (Immobilien-) Darlehen in Abzug zu bringen aber nur über eine Steuererklärung. Dies sind Werbungskosten im Rahmen des Nutzungswerts der Wohnung, sie können nicht als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Um diese Zinslast abzusetzen muss der Steuerpflichtige erst sein Einkommen aus „Vermietung von Gütern“  angeben. es handelt sich hier um den Nutzungswert. Der Nutzungswert ist ein fiktives Einkommen, welches man angeben muss, wenn man Besitzer der Wohnung ist, welche als erster Wohnsitz dient. Dieser Nutzungswert gilt als steuerpflichtiges Einkommen.

Der Nutzungswert wird mit einer Pauschalmethode gerechnet, auf Basis des Einheitswerts. Dieser Einheitswert beruht auf Tabellen von 1941 und ist wesentlich niedriger als der reelle Wert.

Für Wohnungen in Luxemburg ist der Einheitswert der Steuerverwaltung bekannt. Für den Einheitswert der Erstwohnung von Grenzgängern hat die Steuerverwaltung pauschal einen Wert von 2.500€ festgelegt, dies entspricht einem fiktiven Nutzungswert von (2.500 x 4%) 100€.

Der Pauschalwert der den Nutzungswert bestimmt berechnet sich aus 4% des Einheitswerts unter 3.800€ und 6% des Einheitswerts über 3.800€ (Wohnungen in Luxemburg).

Z.B., für eine Wohnung mit Einheitswert 4.200€, beträgt der fiktive Nutzungswert:

(3.800 x 4%) + (400 x 6%) = 152 + 24 = 176 €.

Diese 176€ werden besteuert. Die Schuldzinsen (Hypothekarzinsen), welche mit dieser Wohnung in Zusammenhang stehen können jedoch in Abzug gebracht werden. Der maximale Abzug hängt vom Datum des Einzugs in die Wohnung ab, sowie von der Anzahl der Personen im Haushalt.

Die jährlichen abzugsfähigen Höchstbeträge sind festgelegt auf:

  • 1.500€ pro Person im Haushalt (Ehepartner und Kinder inklusive) während dem Einzugsjahr und den 5 folgenden Jahren,
  • 1.125€ pro Person während den nächsten 5 Jahren, und
  • 750€ pro Person für die restliche Laufzeit des Darlehens.

Bemerkung: So lange die Wohnung unbewohnt ist in der Bauphase oder in der Renovierungsphase ,können die Schuldzinsen ohne Einschränkung abgezogen werden.

Die Versicherungsprämien

Gewisse, personenbezogene Versicherungen können abgesetzt werden.

Es handelt sich um Prämien für Lebensversicherungen, Sterbekassen, Restschuldversicherung, Krankenversicherung, Haftpflicht, Invaliden- und Unfallversicherung, die Autohaftpflicht (eine Bescheinigung betreffend des reellen Haftpflichtanteils ist beizufügen).

Prämien betreffend anderer Risiken sind nicht abzugsfähig. Als Beispiele kann man anführen: Diebstahlversicherungen, Feuerversicherung, Autokasko, …

Die Prämien müssen an einen privaten, in Luxemburg zugelassenen oder in einem EU-Land niedergelassenen Versicherer gezahlt werden.

Lebensversicherungsverträge (Art. 111 LIR) müssen für eine Mindestlaufzeit von 10 Jahren abgeschlossen werden. Ausserdem müssen sie eine Leistung im Todesfall von mindestens 60% der regelmässig vorgesehenen Prämien bis zum Ende der Laufzeit aufweisen, oder mindestens 130% der Prämien und Beiträge, die bis zum Todestag eingezahlt wurden.

Verträge, die vor dem 1.1.2002 unter den Bedingungen der vorhergehenden Gesetzgebung abgeschlossen wurden bleiben absetzbar.

Wichtig: im Fall wo der Lebensversicherungsvertrag vor der Mindestlaufzeit gestoppt wird, werden alle bis zu diesem Zeitpunkt steuerlich abgezogene Prämien als fälschlicherweise abgezogen angesehen und eine Nachbesteuerung wird vorgenommen.

Schliesslich werden alle Beiträge zu anerkannten Mutualitätsvereinen welche Risiken im Bereich Gesundheit, Behinderung, Alter, Arbeitslosigkeit, Tod,… versichern als Sonderausgaben angesehen (Beiträge zur Chirurgikalkasse, zu einer anerkannten Sterbekasse, bei einem anerkannten Mutualitätsverein,…).

Der Abzug von Versicherungsprämien und -beiträgen ist auf 672€ für den Steuerzahler beschränkt, erhöht sich um 672€ für den Ehepartner und pro Kind im Haushalt.

Einmalprämien zu einer Restschuldversicherung bei einem Hypothekardarlehen

Wenn der Steuerzahler eine einmalige Prämie im Rahmen einer zeitweiligen Lebensversicherung gezahlt hat, um ein Hypothekardarlehen abzusichern, können diese Kosten zusätzlich geltend gemacht werden.

Der absetzbare Höchstbetrag für Versicherungen wird um den Betrag der Einmalprämie erhöht.

Die Höchstbeträge für Einmalprämien sind gestaffelt nach Lebensalter und Anzahl der Kinder im Haushalt und liegen zwischen 6.000€ bis 31.200€/Jahr.

Falls dieser Vertrag auch andere Risiken als den Todesfall versichert, gilt nur der Anteil betreffend Todesfall zur Erhöhung des Maximalbetrags.

Prämien zu einer Altersversicherung

Altersvorsorgevertrag

Seit 2002 können diese Prämien zusätzlich abgesetzt werden.

Prämien und Beiträge welche im Rahmen einer Zusatzpension (Artikel 111bis LIR) geleistet werden sind unter bestimmten Bedingungen abzugsfähig:

Die Zahlungen müssen erstens bei einer Versicherungsgesellschaft oder einem Geldinstitut geleistet werden. Die Mindestlaufzeit muss 10 Jahre betragen. Die Auszahlung der Rente darf frühestens beim Alter des Vertragnehmers von 60 Jahren erfolgen und spätestens bei 75 Jahren.

Der Begünstigte des Altersvorsorgevertrags kann einer der Ehepartner sein oder beide, falls sie gemeinsam besteuert werden. Der abzugsfähige Betrag wird dann individuell für jeden Ehepartner berücksichtigt.

Bei Fälligkeit des Vertrags können 50% des gesparten Kapitals als Einheitsbetrag ausgezahlt werden, der Rest muss als monatliche Rente, welche zu 50% besteuert wird, ausgezahlt werden.

Falls der Versicherungsnehmer sein investiertes Kapital vor Ende der Laufzeit zurückhaben will, wird das so ausgezahlte Kapital global, zusammen mit den anderen Einkommen des Versicherten besteuert. Bei vorzeitiger Auszahlung im Fall von Invalidität oder schwerer Krankheit des Versicherungsnehmers ist jedoch eine Steuerbefreiung vorgesehen.

Im Todesfall vor Vertragsende kann der gesparte Betrag an die Berechtigten ausgezahlt werden, falls der Vertrag dies vorsieht.

Die gültigen Höchstbeträge stehen in Zusammenhang mit dem erreichten Alter des Versicherten am Anfang des Steuerjahrs:

Alter des VersichertenHöchstbeträge
weniger als 40 Jahre≤ 1.500,00€
40-44 Jahre inklusive≤ 1.750,00€
45-49 Jahre inklusive≤ 2.100,00€
50-54 Jahre inklusive≤ 2.600,00€
55 Jahre bis 74 Jahre≤ 3.200,00€

Die Beiträge zu Bausparverträgen

Beiträge, die an eine Bausparkasse (Artikel 111 LIR) gezahlt werden, geben Anrecht auf einen Steuerabzug, falls der Bausparvertrag abgeschlossen wurde um einen Bauplatz oder einen Neubau zu finanzieren, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen oder zu renovieren, welche zu persönlichen Zwecken genutzt wird (die Wohnung muss als normaler Wohnsitz des Sparers dienen).

Um Bausparbeiträge in Luxemburg absetzen zu können, muss man bei spezifischen Sparkassen investieren. Solche spezialisierte Kassen bestehen jedoch kaum in Belgien und Frankreich. Daher ist man gezwungen einen Vertrag mit einer Bausparkasse in Luxemburg oder Deutschland abzuschliessen. Nur diese Produkte erfüllen die Bedingungen um (laut Luxemburger Steuerverwaltung) absetzbar zu sein.

Auf dem Luxemburger Markt findet man aktuell 3 Bausparkassen, und zwar:  « BHW », « Wüstenrot » und « Schwäbisch Hall ». Belgische und französische Bausparprodukte werden als einfache Bankprodukte angesehen und werden derzeit zum Steuerabzug in Luxemburg abgelehnt.

Bleibt zu bemerken, dass die geographische Lage des Bauwerks (in Luxemburg oder im Ausland) unerheblich ist.

Beiträge zu einem Bausparvertrag können bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von 672€ pro Jahr für den Steuerzahler abgesetzt werden und erhöht sich um den gleichen Betrag für den Ehepartner und jedes Kind, das zum Haushalt gehört.

Achtung: die Auflösung des Bausparvertrags während der Sparphase oder die Nutzung des gesparten Kapitals am Ende des Vertrags (ausser 10 Jahresfrist erfüllt)zu anderen Zwecken als den im Vertrag vorgesehenen, entzieht den vorher gezahlten Beiträgen den abzugsfähigen Charakter.

Es kommt zu einer Nachbesteuerung zum Nachteil des Steuerzahlers, ausser wenn die Auflösung des Vertrags in Folge des Todes oder der Invalidität des Vertragsnehmers erfolgt, oder wenn der Vertrag nach mehr als 10 Jahren nach Unterzeichnung aufgelöst wird.

Alimentenzahlung im Fall der Ehescheidung

Die aktuelle Steuerregelung sieht vor, dass eine Alimentenrente, welche an den Ex-Partner gezahlt wird, immer abgesetzt werden kann, bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von 23.400 €.

Die Tatsache, dass diese Zahlungen für den Zahler absetzbar sind, bedingt prinzipiell deren Besteuerung für den Empfänger.

Es werden als Sonderausgaben angesehen:

  1. Alimentenzahlungen an einen geschiedenen Ehepartner falls diese zwischen den Parteien im Einvernehmen vereinbart wurden im Zusammenhang mit einer Ehescheidung;
  2. Alimentenrenten, welche in Folge eines Gerichtsurteils im Rahmen einer Scheidung, die nach dem 31. Dezember 1997 gesprochen wurde, an den geschiedenen Ehepartner gezahlt werden.
  3. Alimentenrenten, welche in Folge eines Gerichtsurteils im Rahmen einer Scheidung, die vor dem 1. Januar 1998 gesprochen wurde, an den geschiedenen Ehepartner gezahlt werden, unter der Bedingung, dass der Zahler und der Empfänger den gemeinsamen Antrag hierzu stellen. Dieser Antrag gilt immer nur ein Jahr und kann dann nicht zurückgezogen werden.

Falls der Empfänger sich weigert einen gemeinsamen Antrag zu stellen,  kann der Zahler diese Ausgaben als Kosten unter außergewöhnliche Belastungen geltend machen und nicht als Sonderausgaben.

Die Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung

Die Sozialbeiträge, die im Rahmen der obligatorischen Anmeldung zur Luxemburger Sozialversicherung bezahlt werden (oder an eine ausländische Sozialversicherung in Funktion eines bilateralen Sozialversicherungs- Abkommens) können als Sonderausgaben unbegrenzt abgezogen werden.

Diese Sozialversicherungsbeiträge setzen sich für den Arbeitnehmer aus Beiträgen für die Krankenkasse und die Pensionskasse zusammen.

Pflegeversicherungsbeiträge sind nicht absetzbar.

Beitragszahlungen im Rahmen der freiwilligen  Weiterversicherung, sowie der Rückkauf bzw. Nachkauf von Versicherungszeiten

Beitragszahlungen, welche der Steuerpflichtige im Rahmen einer freiwilligen Weiterversicherung im Bereich der Pensions- und Krankenkasse zahlt, werden als Sonderausgaben betrachtet und sind somit abzugsfähig (ohne Einschränkung).

Gleiches gilt im Fall von Rückkauf von ausgezahlten Versicherungszeiten der Pensionskasse durch den Steuerpflichtigen. Nachkaufkosten von Pensionsversicherungszeiten sind ebenfalls absetzbar.

Die persönlichen Beiträge zu einem Zusatzpensionsfond

Die Beiträge, die der Arbeitnehmer persönlich zu einer Zusatzpensions-versicherung leistet, welche vom Arbeitgeber eingerichtet wurde, können als Sonderausgaben bis zu einem Betrag von 1.200€ pro Jahr in Abzug gebracht werden.

Der Abzug von Spenden

Spenden und Überweisungen an staatlich anerkannte gemeinnützige Organisationen in Luxemburg oder in anderen Eu-Ländern ( z.B. Spenden an Vereinigungen mit anerkannter Gemeinnützigkeit) können abgezogen werden, soweit der Gesamtbetrag 120€ für das Steuerjahr überschreitet.

Pauschal-Mindestbetrag für Sonderausgaben

Wenn die Summe der Sonderausgaben unter 480€ liegt, kann der Steuerzahler dennoch einen Minimalbetrag von 480€ jährlich in Abzug bringen.

Die Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung, die Beiträge zu einer betrieblichen Zusatzpension und die Spenden werden nicht von diesem Minimum abgedeckt und können zusätzlich abgesetzt werden.

Da dieser Pauschalbetrag in den Lohnsteuertabellen integriert ist, kommt der Steuerzahler automatisch in seinen Genuss, falls er keine Steuererklärung einreicht.

Der Betrag von 480€ wird auf 960€ verdoppelt, falls Ehepartner, die gemeinschaftlich besteuert werden, beide ein Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit erhalten.

Der pauschale Mindestbetrag von 480€ wird nicht verdoppelt bei Ehepartnern die beide eine Rente beziehen oder einer der Beiden ist Rentenbezieher und der andere Partner noch im Arbeitsverhältnis.

Die wichtigsten Abzüge / die Abschläge

Der Abschlag für aussergewöhnliche Belastungen

Wenn der Steuerzahler Verpflichtungen hat, die die meisten Steuerzahler in ähnlicher Situation nicht kennen, ist davon auszugehen, dass er aussergewöhnliche Belastungen hat. Da es sich hierbei nicht um Ausgaben handelt, welche dazu dienen sein Einkommen zu erlangen, werden sie nicht von den verschiedenen Einkommensarten abgezogen, sondern vom Gesamtbetrag der Einkommen.

Die Anerkennungsbedingungen einer aussergewöhnlichen Belastung werden genau beschrieben:

  • Der Steuerzahler durchlebt im privaten Sinn ein Ereignis, welches ihn aus materiellen, gesetzlichen oder moralischen Gründen zu zusätzlichen Ausgaben zwingt (ohne dass er dafür einen Gegenwert erhält).
  • Das Ereignis, das der Steuerzahler erleidet muss Ausnahme-Charakter haben.
  • Das Ereignis muss unvermeidbar sein. Der Steuerzahler kann sich ihm nicht entziehen.
  • Die Ausgaben müssen reell stattfinden und die Steuermittel des Arbeitnehmers wesentlich verringern.

Als aussergewöhnliche Belastungen gelten im Besonderen:

  • Krankheitskosten, die nicht von einer Kasse getragen werden,
  • der Unterhalt von Eltern, welche nicht über die nötigen Eigenmittel verfügen und die kein Anrecht auf eine Steuerermässigung geben und für Kinder die nicht mehr zum Haushalt des Steuerzahlers gehören,
  • Ausgaben für ein Kind welches Anrecht gibt auf eine Steuerermässigung oder auf einen Abschlag für ein Kind, das nicht im Haushalt lebt, falls diese Kosten überwiegend zu Lasten des Steuerzahlers gehen (Bildungskosten sind hier inklusive),
  • Beerdigungskosten, welche nicht über eine Sterbekasse oder das Vermögen des Verstorbenen finanziert sind,
  • Ausgaben, die mit einem Berufswechsel zusammenhängen,
  • Scheidungskosten,
  • Gerichtskosten (ausser wenn es sich um eine Strafsache handelt in der der Steuerzahler schuldig gesprochen wird),
  • Kosten die entstehen durch Überschwemmung, Feuer, Sturm, Diebstahl,… und nicht von einer Versicherung getragen werden,…

Die Tatsache ob es sich dabei um fortlaufende (sich wiederholende) Kosten oder einmalige Kosten handelt ist nicht ausschlaggebend.

Die Belastungen werden als aussergewöhnlich angesehen, wenn sie die „normale Belastung“ (= % vom Einkommen) des Steuerzahlers übersteigen. Je nach Steuerklasse und Einkommensniveau des Steuerpflichtigen wird ein gewisser Prozentsatz des steuerbaren Einkommens als „normale Belastung“ betrachtet:

Steuerklasse11a oder 2
Anzahl der Kinder im Haushalt-012345
Versteuerbares Einkommen
Weniger als 10.000€2%0%0%0%0%0%0%
10.000 bis 20.000€4%2%0%0%0%0%0%
20.000 bis 30.000€6%4%2%0%0%0%0%
30.000 bis 40.000€7%6%4%2%0%0%0%
40.000 bis 50.000€8%7%5%3%1%0%0%
50.000 bis 60.000€9%8%6%4%2%0%0%
Über 60.000€10%9%7%5%3%1%0%

Beispiel: Ein Steuerzahler, der Steuerklasse 2 mit 2 Kindern im Haushalt, welcher ein jährliches Einkommen von 37.500€ aufweist und Ausgaben im Sinne der außergewöhnlichen Belastungen von 2.500€ getätigt hat, muss einen Betrag der 2% des jährlichen steuerbaren Einkommens entspricht übernehmen, also 750€. Daher kann er in diesem Beispiel 2.500 – 750 = 1750€ geltend machen..

Abschlag für invalide und behinderte Personen

Dieser Abschlag dient der Berücksichtigung der Behinderungen des Steuerzahlers (Arbeitnehmer oder Rentner). Der jährliche Abschlag beträgt zwischen 150€ und 735€ je nach Behinderungsgrad (hier 25% und 100%).

Bemerkung: Arbeitnehmer, die blind sind oder deren Sehvermögen unter 1/20 des normalen liegt, oder deren Behinderung derart ausgeprägt ist, dass sie nicht ohne fremde Hilfe und Pflege leben können, haben ihrerseits Anspruch auf eine spezifische Erhöhung des Abschlags. Der erhöhte Betrag beläuft sich auf 1.455€ pro Jahr.

Abschlag für Alleinerzieher

Unverheiratete, verwitwete, getrennt lebende oder geschiedene Steuerpflichtige (Klasse 1a) die Anrecht auf eine Steuerermässigung für Kind(er) haben und alleine für den Unterhalt des (der) Kind(er) aufkommen, können auf Antrag in den Genuss eines Steuerkredit für Alleinerziehende kommen, das sind 750€/Jahr netto (unabhängig von der Anzahl der Kinder).

Dieser Steuerkredit wird unabhängig von den Realausgaben zuerkannt und ist unabhängig vom Einkommen.

Um vom vollen Umfang des Abschlags für Alleinerzieher zu profitieren darf die Summe der Zahlungen Dritter für den Unterhalt für jedes Kind nicht über 1.920€ pro Jahr oder 160€ pro Monat liegen.

Andernfalls wird der Steuerkredit reduziert bis auf 0 bei Unterhaltszahlung von 3.420€/Jahr oder 285€/Monat. Bemerkt sei, dass Kindergeldzahlungen und Waisenrenten hier nicht, als Unterhalt in Betracht gezogen werden.

Ansässige Steuerpflichtige können diesen Steuerkredit am Jahresanfang oder am Jahresende beantragen (via Lohnsteuerermässigungsantrag bezw. Steuererklärung).

Nicht ansässige Steuerpflichtige können den Steuerkredit nur am Jahresende beantragen (via Lohnsteuerjahresausgleich bezw. Steuererklärung).

Abschlag für Hauspersonal und Kinderbetreuung

Kosten für Hauspersonal welches vorwiegend Hausarbeit verrichtet, sind absetzbar (Löhne und Gehälter von Gärtner, Pförtner, usw. sind nicht absetzbar). Das Personal muss obligatorisch bei der Sozialversicherung angemeldet sein.

Der Abschlag für Kinderbetreuung, wird für Kinder unter 14 Jahren am 1. Januar des Steuerjahrs zuerkannt. Die Betreuungskosten umfassen Ausgaben für Kinderkrippe, Tageshort oder Babysitter. Diese Kosten müssen mit Rechnungen belegt sein. Betreffende Betreuungspersonen und Strukturen müssen in Luxemburg oder in der EU staatlich anerkannt sein.

Bei diesen Kosten besteht die Wahl, ob der tatsächliche Betrag bis zur Höhe von 3.600€/Jahr abgezogen werden, oder ob der Anteil, der die normale Belastung übersteigt als aussergewöhnliche Belastung in Betracht gezogen wird (die günstigste Variante wird vom Steueramt vorgenommen).

Falls Hauspersonal- und Kinderbetreuungskosten zusammenfallen, wird der Pauschalabschlag nur ein Mal zuerkannt.

Abschlag für Kinder, die nicht zum Haushalt des Erklärenden gehören

Die finanzielle Belastung, die aus der Übernahme der Unterhaltskosten und Erziehungskosten des Kindes hervorgeht, welches nicht zum Haushalt des Steuerzahlers gehört, jedoch vorrangig vom Steuerpflichtigen unterhalten und davon erzogen wird, kann auf Antrag abgezogen werden.

Der Unterhalt und die Erziehung durch den Antragsteller wird anerkannt, wenn er zu mehr als 50% zu den Unterhalts- und Erziehungskosten des Kindes beiträgt.

Es werden als Unterhalts- und Erziehungskosten angesehen:

  • Kosten für Ernährung, Kleidung und Unterbringung.
  • Kosten für medizinische Pflege.
  • Normale Freizeitkosten, Geschenke, Taschengeld,…
  • Kosten für Schule und Ausbildung.

Diese Belastung (ohne Berücksichtigung der normalen Belastung) ist auf 3.480€ pro Jahr und Kind begrenzt. Das Kind muss am 1. Januar des Steuerjahres weniger als 21 Jahre alt sein oder seine Studien / Ausbildung mit über 21 Jahren am 1. Januar weiterführen.

Da es oft schwierig nachzuweisen ist, dass der Steuerzahler zu mehr als 50% an den Unterhaltskosten beteiligt ist, ist es angebracht Beweise (Belege) zu erbringen.

Der Arbeitnehmer Freibetrag

Der Arbeitnehmer Freibetrag in Höhe von 600€/Jahr entfällt am 01.01.2009 und wird ersetzt durch einen monatlichen Steuerkredit in Höhe von 25€ Nettozuschlag auf dem Lohn. Sind beide Ehepartner berufstätig so erhalten beide je 25€ Nettozuschlag.

Der Steuerkredit wird vom Arbeitgeber ausgezahlt.

Der ausserberufliche Freibetrag

Dieser Abschlag, der sich auf 4.500€ beläuft, betrifft alle Ehepaare, die beide ein Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit erhalten. Der Freibetrag ist auf der 2. Steuerkarte vermerkt

Wenn einer der beiden Ehepartner in Ruhestand tritt, wird der ausser-berufliche Abschlag aberkannt.

Er kann dennoch weiter zuerkannt werden, falls ein Ehepartner berufstätig ist und der andere Ehepartner eine Pension bezieht, die aus einer Berufstätigkeit hervorgeht oder von einer eigenständigen Pensionskasse bezahlt wird und die weniger als 3 Jahren zurückliegt.

Dieser Abschlag ist nicht auf der 2. Steuerkarte vermerkt. Er muss jedes Jahr in der Steuererklärung beantragt werden, wenn ein Ehepartner pensioniert ist.

Der Abschlag gilt dann weiter für maximal 36 Monate.

Der Abschlag für Rentenempfänger

Der Rentnerfreibetrag in Höhe von 600€/Jahr entfällt ab 01.01.2009 und wird ersetzt durch einen monatlichen Steuerkredit in Höhe von 25€ (Nettozuschlag auf die Rente).

Wenn beide Ehepartner je eine Rente beziehen oder wenn einer eine Rente und der andere ein Gehalt bezieht, wird der Steuerkredit an beide gezahlt.

Der Nettozuschlag wird monatlich von der Rentenkasse (bzw. vom Arbeitgeber) bezahlt.