Die Steuererklärung in Luxemburg

In Luxemburg wohnhafte Steuerpflichtige können am Jahresende ihre steuerlich absetzbaren Ausgaben beim Steueramt geltend machen und dadurch Steuern einsparen.

Man unterscheidet 3 verschiedene Arten von Anträgen auf Steuerrückvergütung wie:

  • der Lohnsteuerjahresausgleich
  • der Lohnsteuerermäßigungsantrag
  • die Einkommenssteuererklärung

Der Lohnsteuerjahresausgleich sowie der Lohnsteuerermäßigungsantrag wird beim zuständigen Lohnsteueramt beantragt.

Die Einkommenssteuererklärung wird beim zuständigen Einkommensteueramt eingereicht.

Die Einwohner Luxemburgs (Arbeitnehmer/innen oder Rentner/innen) werden in Luxemburg besteuert, sowohl auf ihre Luxemburger Einkommen als auch auf Einkünfte ausländischer Herkunft.

Obschon Einkünfte, welche aus dem Ausland stammen im Prinzip der Luxemburger Steuer nicht unterliegen, da sie bereits im Ausland besteuert wurden, werden diese Einkünfte dennoch herangezogen um den Steuersatz festzulegen. (Progressionsvorbehalt)

In Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) ist die Besteuerung zwischen Luxemburg und dem jeweiligen Ausland festgelegt.

Die Steuererklärung: Option oder Pflicht ?

Für ansässige Arbeitnehmer:

Man unterscheidet zwei Möglichkeiten:

a) Wer sollte eine Steuererklärung machen?

Arbeitnehmer oder Rentner mit nur einem Einkommen (ab 2009 unter 100.000€) können nur eine Steuererklärung machen, wenn sie z.B. Verluste aus einer anderen Einkommensart (z. Bsp. Vermietung oder Verpachtung) nachweisen können.

Im typischen Fall sind dies die Schuldzinsen für das Darlehen der selbstgenutzten Wohnung.

b) Wer muss eine Steuererklärung machen?

Arbeitnehmer, mit nur einem Einkommen wenn das besteuerbare Einkommen mehr als 100.000€/Jahr beträgt, obwohl schon das ganze Jahr Lohnsteuer bezahlt wurde.

  • Arbeitnehmer, Rentner, wenn mehrere Einkünfte zusammenkommen (z.B. Gehälter, Pensionen, „Mammenrent“ usw) von mehr als 31.000€/Jahr für die Steuerklassen 1 und 2, mehr als 25.000€/Jahr für die Steuerklasse 1a.
  • Wenn das Einkommen mehr als 11.450€/Jahr beträgt und Einkünfte enthält die nicht besteuert wurden. Die nicht besteuerten Einkünfte dürfen nicht mehr als 600€/Jahr betragen.
  • Bei zusätzlichen Einkünften von mehr als 1.500€/Jahr, Ehepaare 3.000€/Jahr bei Dividenden aus ertragssteuerpflichtigem Kapital.

Bei nur einem Einkommen das schon im Laufe des Jahres besteuert wurde kann es eigentlich nur zu Steuerrückvergütungen kommen wenn man Ausgaben geltend machen kann.

Bei mehreren Einkünften kann es zu Steuernachzahlung oder zu Steuerrückvergütungen kommen.

Bemerkt sei, dass alle Personen, welche von der Steuerverwaltung aufgefordert werden, eine Steuererklärung zu machen, dieser Aufforderung Folge leisten müssen.

Die Anrechnung ausländischer Einkommen in Luxemburg

Für ansässige Arbeitnehmer:

Jeder Ansässiger, der eine Steuererklärung in Luxemburg macht ist verpflichtet auch seine Einkommen aus anderen Ländern mit entsprechenden Dokumenten anzugeben. Sie werden bei der Berechnung des zu zahlenden Steuerprozentsatzes herangezogen.

Das bedeutet, dass alle Einkommen des Haushalts in Betracht gezogen werden, auch die aus dem Ausland. Auch wenn diese Einkommen der Luxemburger Steuer nicht unterliegen, da sie bereits im Ausland besteuert wurden, so beeinflussen sie doch den anzuwendenden Steuerprozentsatz.

Achtung: seit 2008 können unverheiratete Paare die in gesetzlicher Partnerschaft (PACS) leben für eine Kollektivbesteuerung ihrer Einkommen optieren und Steuerklasse 2 beantragen. Diese Option kann jedoch erst am Ende des Jahres gewählt werden, über den Weg der Steuererklärung. Die gesetzlich anerkannte Partnerschaft muss schon am 1. Januar des entsprechenden Jahres bestanden haben.

Luxemburg unterscheidet das Steuerrecht nach ansässige und nichtansässige Arbeitnehmer

Auf Antrag kann der nichtansässige Arbeitnehmer/Grenzgänger gemäss der Bestimmung des Artikels 157ter der L.I.R. (= Einkommensteuerrecht in Luxemburg) wie ein Ansässiger behandelt werden.

Dies gilt für nichtansässige Steuerpflichtige, die über 90% ihrer persönlichen Tätigkeitseinkünfte in Luxemburg erzielen. Die ausländischen Tätigkeitseinkünfte (z. B. Ehepartner) unterliegen dann in Luxemburg dem Progressionsvorbehalt.

Um dem „Lakebrink“-Urteil des Gerichtshofes der Europäischen Gemeinschaft zu entsprechen, ist eine steuerliche Gleichbehandlung zwischen den Steuerzahlern, die in Luxemburg leben und denjenigen, die nicht in Luxemburg leben ab dem 1. Januar 2008 gegeben.

Der Grenzgänger kann seine absetzbare Ausgaben wie Sonderausgaben, Versicherungen, Schuldzinsen, Bausparvertrag, aussergewöhnliche Belastungen, Hypothekenzinsen (Eigenheimswohnung) ausschliesslich über eine Steuererklärung geltend machen.

Für Grenzgänger sind die Büros Luxemburg „Y“. bzw. Luxemburg „X“ zuständig.

In diesen Büros können die Formulare angefragt bzw. abgegeben werden.

In der Regel werden die abgabepflichtigen Personen bezw. eingetragenen Personen im Februar zur Abgabe einer Steuererklärung für das vorangegangene Steuerjahr schriftlich aufgefordert. Die Erklärung ist bis zum 31. März des Jahres einzureichen.

Die Steuererklärung: Option oder Pflicht?

Für nichtansässige Arbeitnehmer:

Die Steuererklärungpflicht ist im Prinzip gleich geregelt wie für ansässige Steuerpflichtige.

Besteuerung durch Pflichtveranlagung (geregelt in Art. 157ter L.I.R.) besteht u.a. bei:

  • Einem Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit mit über 100.000€ pro Jahr
  • Mehrere Lohnsteuerkarten (entweder pro Person oder auch bei Ehepaaren, wenn beide in Luxemburg arbeiten und je eine Lohnsteuerkarte haben)
  • Wenn zusätzlich zu den steuerabzugspflichtigen Einkünften noch Einkünfte (in Luxemburg) erzielt werden, die nicht dem Steuerabzug unterliegen und diese zusammen mehr als 600€ betragen
  • Wenn die Einkünfte von Dividenden aus Aktien(in Luxemburg) mehr als 1.500€ bei Einzelveranlagung, Zusammenveranlagung 3.000€ betragen.

Freiwillige Veranlagung

Liegt keine Pflichtveranlagung vor, kann nach Artikel 157ter L.I.R. eine freiwillige Veranlagung gestellt werden. Zu beachten ist, dass die Steuererklärung bis zum 31.12. des Folgejahres abgegeben werden muss, da sonst keine Annahmepflicht mehr besteht.

Jeder Grenzgänger, der in Luxemburg Steuern zahlt (Gehalt oder Rente), sollte prüfen, ob für ihn eine Steuererklärungsabgabe Steuerersparnisse bringt!

Anhand von 3 Fallbeispielen möchten wir dies deutlich machen.

Fall 1

Ein Alleinverdiener in Luxemburg (alleinstehend oder verheiratet) hat jederzeit das Recht eine Einkommensteuererklärung einzureichen, wenn steuerlich absetzbare Ausgaben belegt werden können.

Ab einem Bruttolohn von 100.000€ ist er sogar verpflichtet zur Abgabe der Erklärung.

In diesem Fall 1 erfolgt immer nur eine Steuerrückzahlung, da die Lohnsteuer im Steuerjahr monatlich korrekt bezahlt wurde und da die zusätzlichen steuerlich absetzbaren Ausgaben das steuerbare Einkommen verringern. Zuviel gezahlte Steuern werden rückerstattet.

Fall 2

Grenzgänger-Ehepaare mit einem Verdienst in Luxemburg und einem Verdienst im Wohnland, haben folgende Möglichkeit:

Es besteht ein Steuerklärungsrecht. Die Berechnung durch das Steueramt erfolgt unter Berücksichtigung des Progressionsvorbehalt (Gesamteinkommen – Gesamtausgaben ergibt den Steuer % satz)

Sollte die Berechnung zur Nachzahlung führen, wird vom Steueramt keine kollektive Besteuerung vorgenommen.

Ergibt die Berechnung eine Steuerrückzahlung, erfolgt eine Steuerrückvergütung.

Wie im Fall 1 erfolgt im Fall 2 nur eine Steuerrückzahlung, da bei einem negativ Bescheid nur das luxemburgische Einkommen besteuert wird ohne die tatsächlichen Ausgaben des Haushalts zu berücksichtigen.

Die Abgabe einer Steuererklärung ist freiwillig. Bei > 100.000€ Jahresverdienst besteht eine Steuererklärungspflicht.

Fall 3

Beide Ehegatten arbeiten in Luxemburg.

Die Steuererklärungspflicht besteht ab 31.000€, möglich sind die Steuerrückerstattung, Steuernachzahlung oder ein Nullbescheid.

Bei einer Steuernachzahlung werden vierteljährliche Vorauszahlungen vom Steueramt für die kommenden Jahre festgelegt.

Der Fall 3 ist ebenfalls gegeben, wenn eine Person (mit mehreren Lohnsteuerkarten) einen Jahresverdienst von 25.000€ / Jahr (Steuerklasse 1a) oder 31.000€ (Steuerklasse 1 oder 2) in Luxemburg erzielt.

Es besteht dann eine Steuererklärungspflicht.

Der Lohnsteuerjahresausgleich

Der Lohnsteuerermässigungsantrag

Die Arbeitnehmer/Rentner die nicht der Besteuerung durch die Einkommenserklärung unterliegen, können in den Genuss eines Ausgleichs ihrer im Laufe des Jahres geleisteten Steuerzahlungen kommen, dies über den Lohnsteuerjahresausgleich auch z.B. bei einer Steuerklassenänderung im Laufe des Jahres.

Der Lohnsteuerjahresausgleich besteht aus dem Vergleich, einerseits der Summe aller im Laufe des Jahres einbehaltener Steuern und andererseits der Steuer die dem Jahreseinkommen entspricht, entsprechend der Lohnsteuerjahrestabelle und der entsprechenden Steuerklasse.

In dieser Tabelle sind die pauschalen Freibeträge für Werbungskosten 540€/Jahr, Fahrtkosten 396€/Jahr sowie Sonderausgaben 480 €/Jahr enthalten. Die Steuertabelle für Rentner beinhaltet schon die Freibeträge 300€ (Werbungskosten) und 480€ (Sonderausgaben).

Beim Lohnsteuerjahresausgleich können keine zusätzlich absetzbare Ausgaben geltend gemacht werden.

Falls die im Laufe des Jahres einbehaltene Steuer höher ist als die jährlich geschuldete Steuer, wird dem Arbeitnehmer die Differenz erstattet. Eine Nachzahlung wird im Prinzip nicht eingefordert, wenn die Steuern im Laufe des Jahres korrekt bezahlt werden.

Die Bedingungen um einen Lohnsteuerjahresausgleich beantragen zu dürfen

Um den Jahresausgleich zu beantragen, muss der Antragsteller eine der drei folgenden Bedingungen erfüllen:

  • entweder seinen normalen Wohnsitz während den 12 Monaten des betreffenden in Luxemburg gehabt haben,
  • oder während 9 Monaten des Steuerjahres in Luxemburg gearbeitet haben,  z.Bsp. Grenzgänger
  • oder während einer gewissen Periode des Steuerjahrs einer Lohnarbeit in Luxemburg nachgegangen sein. Die Bruttoentlohnung dieser Tätigkeit muss dann mindestens 75% seines Gesamtbruttolohns des Jahres betragen. z.Bsp. Grenzgänger

Der Antrag auf Lohnsteuerjahresausgleich muss bis spätestens am 31. Dezember des Folgejahres beim zuständigen Lohnsteueramt abgegeben werden.

Lohnsteuerermäßigungsantrag

Arbeitnehmer, Rentner die nicht der Besteuerung durch die Einkommens-steuererklärung unterliegen, die keinen Lohnsteuerjahresausgleich machen, sollten, wenn sie zusätzliche Ausgaben geltend machen können, einen Antrag auf Lohnsteuerermässigung stellen.

1. Der Antrag kann am Jahresanfang gestellt werden. In diesem Fall werden die anerkannten Ausgaben wie Werbungskosten, Sonderausgaben, aussergewöhnliche Belastungen auf der Lohnsteuerkarte als steuerfreie Abschläge vom Lohnsteueramt eingetragen.

2. Der Antrag kann auch am Jahresende gestellt werden bis spätestens zum 31. Dezember des Folgejahres. Die vom Lohnsteueramt anerkannten Ausgaben werden beim steuerbaren Einkommen berücksichtigt und es wird eine Steuerrückvergütung vorgenommen.

Lohnsteuerermäßigungsantrag für Grenzgänger

Der Lohnsteuerermässigungsantrag für Grenzgänger ist stark eingeschränkt so können über diesen Antrag nur erhöhte Werbungskosten, Unterhalt für nicht im Haushalt lebende Kinder sowie erhöhte Pauschbeträge bei Invalidität geltend gemacht werden.

Seit 2008 kann aber auch der sogenannte Kinderbonus beantragt werden.

Alle anderen steuerlich absetzbare Ausgaben kann der Grenzgänger nur über eine Steuererklärung geltend machen.