Die Arbeitswoche zählt 6 Werktage:

1. Montag
2. Dienstag
3. Mittwoch
4. Donnerstag
5. Freitag
6. Samstag

Arbeitnehmer und Arbeitgeber können die Arbeitszeit an diesen Tagen grundsätzlich frei festlegen unter Vorbehalt der folgenden Begrenzungen:

  • 8 Stunden pro Tag
  • 40 Stunden pro Woche

Vertragliche, individuelle oder kollektive Vorschriften können gegebenenfalls kürzere Arbeitszeiten vorsehen. Sind die wöchentlichen Arbeitsstunden auf 5 Tage oder weniger verteilt, darf die normale Arbeitszeit pro Tag bis auf 9 Stunden pro Tag angehoben werden, vorausgesetzt, die Wochenarbeitszeit überschreitet insgesamt nicht die normale im Unternehmen geltende Norm.

Einseitiges Ändern der Wochenarbeitszeit durch den Arbeitgeber

Der Arbeitgeber kann die Verteilung der festgelegten Wochenarbeitszeit ändern, wenn der Arbeitsvertrag eine solche Änderungsmöglichkeit erlaubt (z.B. durch einen Zusatz „die Arbeitszeiten können je nach den Erfordernissen des Arbeitgebers geändert werden“).

Fehlt eine derartige Flexibilitätsklausel, muss der Arbeitgeber die Einwilligung des Arbeitnehmers einholen. Im Falle einer wesentlichen Änderung ohne Zustimmung des Arbeitnehmers, muss der Arbeitgeber das gesetzliche Verfahren zur Änderung eines wesentlichen Bestandteils des Arbeitsvertrages zu Ungunsten des Arbeitnehmers einhalten.

Pausen & Ruhezeiten

Bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden, muss die Arbeitszeit durch eine oder mehrere bezahlte oder unbezahlte, an die Art der Beschäftigung angepasste Ruhezeiten unterbrochen werden. Die Dauer dieser Pause ist gesetzlich nicht festgelegt.

Die Tagesarbeitszeit darf nur durch eine unbezahlte Pause unterbrochen werden. Damit soll verhindert werden, dass Arbeitnehmer einen übermäßig langen Arbeitstag haben. Jeder Arbeitnehmer hat innerhalb von 24 Stunden Anspruch auf eine zusammenhängende Ruhezeit von mindestens 11 Stunden.

Jeder Arbeitnehmer hat innerhalb eines Zeitraums von 7 Tagen Anspruch auf eine ununterbrochene Ruhezeit von 44 Stunden. Diese Ruhezeit sollte nach Möglichkeit den Sonntag einschließen. Ist diese wöchentliche Ruhezeit nicht möglich, so hat der Arbeitnehmer Anspruch auf maximal 6 Tage zusätzlichen Urlaub pro Jahr.

Nach Beendigung einer wöchentlichen Ruhezeit muss die nächste wöchentliche Ruhezeit innerhalb von 7 Tagen erfolgen. Somit darf ein Arbeitnehmer zwischen zwei wöchentlichen Ruhezeiten nicht länger als 7 aufeinanderfolgende Tage beschäftigt sein.

  • Tägliche Ruhezeit: 11 Stunden ununterbrochen innerhalb von 24 Stunden
  • Wöchentliche Ruhezeit: 44 Stunden ununterbrochen innerhalb von 7 Tagen

Sonntagsarbeit

Arbeitnehmer, die am Sonntag arbeiten haben Anrecht auf:
• ihren normalen Stundenlohn;
• einen Zuschlag von 70 % für jede gearbeitete Stunde.
Oder
• eine Ausgleichsruhezeit;
• einen Zuschlag von 70 % für jede gearbeitete Stunde.
Der Lohnzuschlag ist steuerfrei.

Die Dauer der Ausgleichsruhezeit beträgt:
• einen vollen Tag, bei mehr als 4 Stunden Sonntagsarbeit;
• einen halben Tag, bei weniger als 4 Stunden Sonntagsarbeit.

Vergütung von Sonntagsarbeit

Vergütung der tatsächlich gearbeiteten Stunden 100 %
+ Zuschlag von 70 % der am Sonntag gearbeiteten Stunden 70 %
TOTAL: 170 %

Ausgleichsruhezeit und Vergütung von Sonntagsarbeit

1 Ruhetag als Ausgleich 1 Tag
+ Zuschlag von 70 % der am Sonntag gearbeiteten Stunden 70 %
TOTAL: 1 Tag + 70 %

Feiertagsarbeit

Arbeitnehmer, die an einem Feiertag nicht arbeiten

 

Der Feiertag fällt auf einen normalen Arbeitstag (Werktag):

> freier Tag;
> Lohn für die Stunden, die normalerweise an diesem Tag geleistet worden wären.

Der Feiertag fällt auf einen Sonn- oder Werktag, an dem der Arbeitnehmer nicht gearbeitet hätte:

> 1 Ausgleichs-Urlaubstag, der ihm binnen einer Frist von 3 Monaten nach dem Feiertag gewährt werden muss.

Arbeitnehmer, die an einem Feiertag arbeiten

 

Feiertag fällt auf einen Werktag, an dem prinzipiell gearbeitet wird:
Vergütung der Arbeitsstunden, die normalerweise an diesem Tag geleistet würden:
+ Lohn für die Stunden, die tatsächlich an diesem Tag geleistet wurden, zum normalen Stundentarif;
+ 100 % Zuschlag auf den normalen Stundentarif für die an diesem Tag tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden.

Feiertag fällt auf einen Werktag, an dem prinzipiell nicht gearbeitet wird:
Vergütung der tatsächlich an diesem Tag geleisteten Arbeitsstunden zum normalen Stundentarif:
+ 100 % Zuschlag zum normalen Stundentarif für die geleisteten Stunden;
+ 1 Ausgleichs-Urlaubstag, der individuell binnen einer Frist von 3 Monaten nach dem Feiertag gewährt werden muss;
+ möglicher Zuschlag oder Ruhezeit, falls es sich um Überstunden handelt.

Feiertag fällt auf einen Sonntag:
Vergütung der tatsächlich an diesem Tag geleisteten Arbeitsstunden zum normalen Stundentarif:
+ 100 % Zuschlag zum normalen Stundentarif für die geleisteten Stunden;
+ 70 % Sonntagszuschlag auf den normalen Stundentarif für die am Sonntag geleisteten Arbeitsstunden;
+ 1 Ausgleichs-Urlaubstag, der individuell binnen einer Frist von 3 Monaten nach dem Feiertag gewährt werden muss;
+ möglicher Zuschlag oder Ruhezeit, falls es sich um Überstunden handelt.

Überstunden

Definition

Arbeitsstunden, die über die gesetzlich festgelegte regelmäßige Tages- und Wochenarbeitszeit, d.h. 8 Stunden pro Tag und 40 Stunden pro Woche, hinaus geleistet werden.
Außer in Fällen höherer Gewalt, ist die Dauer der Überstunden strikt auf 2 Überstunden pro Tag beschränkt. Somit darf also die tägliche Gesamtarbeitszeit, einschließlich Überstunden, nicht 10 Stunden überschreiten. Die Weigerung eines Arbeitnehmers, Überstunden zu leisten, kann gegebenenfalls einen Kündigungsgrund darstellen.

Bezahlung

Überstunden werden:

  • entweder mit anderthalb Stunden Ausgleichsruhezeit pro geleisteter Überstunde entgolten;
  • oder in gleicher Höhe auf einem Arbeitszeitkonto (CET) verbucht, dessen Modalitäten durch einen Tarifvertrag oder andere Vereinbarungen zwischen Tarifpartnern festgelegt werden.

Es gibt nur zwei Fälle, in denen Überstunden mit einem Aufschlag von 40 % (komplett steuerfrei) bezahlt werden:

  • falls aufgrund der Betriebsorganisation eine Ausgleichsruhezeit oder Buchung auf einem Arbeitszeitkonto nicht möglich ist;
  • der Arbeitnehmer den Betrieb aus irgendeinem Grund verlässt, bevor er die geleisteten Überstunden ausgleichen konnte.

Eine Überstunde wird mit einem Satz von 1,4 vergütet oder mit einem Satz von 1,5 als vergütete Ruhezeit ausgeglichen.

Flexibilisierung der Arbeitszeit

Der Arbeitsorganisationsplan (AOP) und die Gleitzeit ermöglichen durch Zugrundelegung eines gesetzlichen Bezugszeitraums eine gewisse Flexibilisierung der Arbeitszeit (d.h. die tägliche und wöchentliche Höchstarbeitszeit kann unter bestimmten Voraussetzungen überschritten werden).

Gesetzlicher Bezugszeitraum

Sofern keine andere kollektivvertragliche Vereinbarung oder Bestimmung zum Bezugszeitraum (auch Referenzperiode genannt) vorliegen, kann das Unternehmen einen Bezugszeitraum von bis zu 4 Monaten beschließen.

Vor der Einführung oder der Änderung eines festgelegten Bezugszeitraums, muss der Unternehmensleiter oder sein Stellvertreter den Personalausschuss informieren und anhören. Bei Fehlen eines Personalausschusses muss das gesamte Personal informiert und angehört werden. Die Einführung oder Änderung eines festgelegten Bezugszeitraums kann frühestens einen Monat nach dem Informations- und Anhörungsverfahren eingeleitet werden. Die Geltungsdauer beträgt 24 Monate und wird automatisch verlängert.

Der Arbeitsorganisationsplan (AOP)

Jedes Unternehmen muss in einer angemessenen Zeit, aber mindestens 5 Tage vor Beginn eines jeden Bezugszeitraums, einen Arbeitsorganisationsplan erstellt und veröffentlicht haben, der für mindestens einen Monat bei einem Bezugszeitraum von einem Monat oder darüber gilt und die vorhersehbaren Unternehmensaktivitäten während des AOPs berücksichtigt. Vor der Veröffentlichung muss der Arbeitsorganisationsplan obligatorisch und vorab dem Personalausschuss oder, in Ermangelung desselben, dem betroffenen
Personal zur Stellungnahme vorgelegt werden.

Jeder AOP muss folgende Angaben enthalten, da er sonst nichtig ist:

  • Beginn und Ende des Bezugszeitraums sowie Beginn und Ende der Dauer des AOPs,
  • die normale Arbeitszeit, damit jeder Arbeitnehmer daraus ablesen kann, wie seine tägliche Arbeit zeitlich organisiert ist,
  • Tage, an denen das Unternehmen geschlossen ist, gesetzliche und übliche Feiertage sowie individuelle/kollektive Urlaubstage,
  • die ununterbrochene wöchentliche Ruhezeit von 44 Stunden und gegebenenfalls den Freizeitausgleich, falls diese Ruhezeit nicht eingehalten wird.

Der AOP kann sich auf alle Arbeitnehmer beziehen oder auf Arbeitnehmer bestimmter Teile des Unternehmens beschränken. Die Dauer des AOPs darf nicht unter einem Monat liegen, außer der Bezugszeitraum ist kürzer als ein Monat (in diesem Fall muss die Dauer des AOPs der Dauer des Bezugszeitraums entsprechen).

Im Rahmen eines Arbeitsorganisationsplans, können die Arbeitnehmer über die übliche Höchstarbeitszeit von 8 Stunden pro Tag und 40 Stunden pro Woche hinaus beschäftigt werden, sofern die für den geltenden Bezugszeitraum berechnete durchschnittliche Wochenarbeitszeit 40 Stunden oder die tariflich/vertraglich (Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag) festgelegte normale maximale Wochenarbeitszeit nicht überschreitet.

Die Arbeitszeit darf nicht länger sein als:

  • 10 Stunden pro Tag
  • 48 Stunden pro Woche
  • durchschnittlich 40 Stunden pro Woche

Zusätzlicher Urlaub für alle von einem AOP betroffenen Arbeitnehmer:

Referenzzeitraum Zusätzliche Urlaubstage
1-2 Monate 1,5 Tage/Jahr
2-3 Monate 3 Tage/Jahr
3-4 Monate 3,5 Tage/Jahr

Sollten Sie ausführlichere Informationen zur Anwendung des AOPs benötigen, wenden Sie sich bitte an Ihren Gewerkschaftssekretär.

Gleitzeit

Eine Gleitzeitregelung kann den AOP ersetzen. Die Einführung einer Gleitzeit sowie seiner Periodizität, seines Inhalts und seiner Modalitäten wird im Rahmen eines Kollektivvertrags, einer untergeordneten Vereinbarung, eines Abkommens im Rahmen eines interprofessionellen Sozialdialoges oder eines allgemeinen Abkommens zwischen dem Unternehmen und dem Personalausschuss oder, in Ermangelung desselben, der betroffenen Arbeitnehmerschaft entschieden.

Außer bei gesetzlichen Ausnahmen, darf die Arbeitszeit folgende Grenzen pro Woche nicht überschreiten:

  • 10 Stunden pro Tag
  • 48 Stunden pro Woche

 

Ergibt sich am Ende des Bezugszeitraums bei der Abrechnung der geleisteten Arbeitsstunden ein Stundenüberschuss im Vergleich zu der gesetzlichen oder vertraglich vereinbarten Stundenzahl, gilt dieser Überschuss als Überstunden. Für einen Bezugszeitraum von einem Monat oder darunter, kann für die Gleitzeitregelung beschlossen werden, diesen Überschuss auf den folgenden Bezugszeitraum zu übertragen. Ergibt sich bei der Abrechnung ein Stundendefizit, kann dieses Defizit in einem in der Gleitzeitregelung festgehaltenen folgenden Bezugszeitraum ausgeglichen werden, ohne Überstundenzuschlag, innerhalb des gesetzlichen Rahmens.

Das Unternehmen muss ein System zur exakten Abrechnung der geleisteten Arbeitsstunden installieren. Der Personalausschuss erhält für jede Organisationseinheit nach jedem Bezugszeitraum eine globale Abrechnung.