Arbeitszeit

Die Arbeitszeit ist die Zeit, während der der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber zur Verfügung steht und sich dessen Anweisungen fügen muss ohne seinen persönlichen Beschäftigungen frei nachgehen zu können.

Wenn man von der Anzahl Stunden spricht, die pro Tag oder pro Woche geleistet werden können, so muss man unterscheiden zwischen:

  • der normalen Arbeitsdauer
  • der maximalen Arbeitsdauer

Die normale Arbeitsdauer

Die normale Arbeitsdauer beträgt 8 Stunden pro Tag und 40 Stunden pro Woche.

Das Gesetz gewährt ebenfalls eine gewisse Anzahl Ruhestunden pro Tag und pro Woche:

  • Beträgt die tägliche Arbeitsdauer des Arbeitnehmers mehr als 6 Stunden, muss die Arbeitszeit um mindestens eine Ruhepause unterbrochen werden, bezahlt oder nicht.
  • Die tägliche Arbeitszeit darf nur durch eine einzige unbezahlte Ruhepause unterbrochen werden
  • Jeder Arbeitnehmer hat innerhalb von 24 Stunden Anrecht auf eine Ruhepause von mindestens 11 aufeinanderfolgenden Stunden.
  • Die wöchentliche Ruhezeit wurde auf 44 ununterbrochene Stunden festgelegt, der Tatsache Rechnung tragend, dass die Arbeitnehmer sonntags nicht arbeiten dürfen. Wird diese Ruhezeit nicht respektiert, haben die betroffenen Arbeitnehmer Anrecht auf einen zusätzlichen Urlaubstag für jede Periode von 8 Wochen, aufeinander folgend oder nicht, während der die ununterbrochene Ruhe von 44 Stunden nicht gewährt wurde.

Die maximale Arbeitsdauer

Die Arbeitnehmer können über die Grenzen von 8 Stunden pro Tag und 40 Stunden pro Woche hinaus beschäftigt werden, unter der Bedingung, dass die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit, berechnet auf einer Referenzperiode von 4 aufeinander folgenden Wochen, keine 40 Stunden pro Woche überschreitet.

Die Dauer der Referenzperiode kann den Kalendermonat abdecken. Das kollektive Arbeitsabkommen kann die Referenzperiode verkürzen oder verlängern, ohne dass diese jedoch 12 Monate überschreiten darf.

Im Rahmen der Referenzperiode können die Arbeitnehmer also über 8 Stunden pro Tag und 40 Stunden pro Woche beschäftigt werden, unter folgenden Bedingungen:

  • Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit, auf die Referenzperiode berechnet, überschreitet keine 40 Stunden.
  • Die tägliche Arbeitszeit geht nicht über 10 Stunden hinaus.
  • Die wöchentliche Arbeitszeit geht nicht über 48 Stunden hinaus.

Wenn ein Unternehmen nach dem Prinzip der Referenzperiode funktioniert, muss sie einen Arbeitsorganisationsplan erstellen (AOP), der diese Periode abdeckt. Eine andere Möglichkeit besteht in der Einsetzung einer Regelung über einen mobilen Stundenplan.

Die Überstunden

Im Allgemeinen versteht man unter Überstunden jede Arbeit, die über die täglichen und wöchentlichen Grenzen der normalen Arbeitszeit, so wie sie durch das Gesetz oder durch die Parteien festgelegt wurden, hinausgeht.

Es ist möglich, täglich maximal 2 Überstunden zu leisten, wobei die Arbeitsdauer keine 10 Stunden pro Tag überschreiten darf.

Im Rahmen einer Referenzperiode gilt als Überstunde:

  • Jede Arbeit für zum Zeitpunkt der Erstellung des AOP bekannte Gegebenheiten, die die im AOP vorgesehenen Grenzen überschreiten (also im Falle eines unvorhergesehenen Ereignisses).
  • Jede Stunde, die am Ende der Referenzperiode über die gesetzliche oder vertragliche Arbeitszeit hinausgeht (nach Abzug der überzähligen Stunden, die in Funktion der Regelung des mobilen Stundenplanes auf die folgende Referenzperiode übertragen werden können).

Diese Stunden müssen gerechtfertigt werden als geleistet aus Gründen der Dienstleistung.

Die Überstunden müssen, insofern möglich, prioritär durch bezahlte Freizeit kompensiert werden, wobei es für eine gearbeitete Überstunde 1 ½ freie Stunden gibt. Diese Stunden können ebenfalls in ein „Zeitsparkonto“ eingetragen werden, falls ein solches besteht.

Ist dies nicht möglich, oder wenn der Arbeitnehmer das Unternehmen verlässt, bevor er diese Stunden ausgleichen konnte, geben diese Überstunden Anrecht auf eine Lohnerhöhung um 40 %. Sowohl der Lohn der Überstunden wie auch der Zuschlag von 40 % sind befreit von Steuern und Sozialabgaben (mit Ausnahme des Beitrages von 2,7 % für die „Gesundheitspflege“, der auf die Basisstunde berechnet wird, nicht aber auf den Zuschlag).

Die Sonntagsarbeit

Allgemein verbietet das Gesetz den Arbeitgebern des öffentlichen und Privatsektors Arbeitnehmer an Sonntagen von Mitternacht zu Mitternacht zu beschäftigen.

Gewisse Unternehmenskategorien entgehen jedoch diesem Verbot der Sonntagsarbeit. Dies ist der Fall der Hotels, Restaurants, der Transportunternehmen, …

Was die Bezahlung der Sonntagsarbeit angeht, räumt das Gesetz den Arbeitnehmern für jede geleistete Stunde eine Erhöhung um 70% ein. Gewährt der Arbeitgeber jedoch einen bezahlten Ausgleichstag, erhält der Arbeitnehmer nur den Zuschlag von 70 %.

Die Nachtarbeit

Unter Nachtarbeit versteht man jede Arbeit, die zwischen 22 Uhr und 6 Uhr geleistet wird.

Jedes Kollektivabkommen muss Lohnerhöhungen für die Nachtarbeit vorsehen. Diese Erhöhungen müssen mindestens 15 % betragen.

Besondere Modalitäten bestehen für den Hotel- und Restaurantsektor.

Die Teilzeitarbeit

Als Teilzeitbeschäftigter gilt derjenige, der mit seinem Arbeitgeber im Rahmen einer regelmäßigen Aktivität einen Stundenplan vorsieht, dessen wöchentliche Arbeitszeit niedriger ist als die normale im Unternehmen gültige Arbeitsdauer.

Der Arbeitsvertrag

Neben den anderen Angaben, die im Arbeitsvertrag stehen müssen, muss der Teilzeitvertrag Folgendes angeben:

  • die wöchentliche Arbeitsdauer, die zwischen den Parteien vereinbart wurde;
  • die Modalitäten der Verteilung der Arbeitsstunden auf die Wochentage (die Veränderung dieser Verteilung darf nur in beiderseitigem Einverständnis durchgeführt werden),

Die Arbeitnehmer können jedoch auch außerhalb der im Arbeitsvertrag festgelegten wöchentlichen und täglichen Arbeitsdauer beschäftigt werden, unter der Bedingung, dass die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit, berechnet auf eine Referenzperiode von 4 Wochen, die im Arbeitsvertrag vereinbarte normale Arbeitsdauer nicht überschreitet.

Außer gegenteiliger im Vertrag vorgesehener Verfügungen (Grenzen und Modalitäten) darf die effektive tägliche und wöchentliche Arbeitsdauer des Teilzeitbeschäftigten nicht mehr als 20 % der im Arbeitsvertrag festgelegten normalen Arbeitsdauer betragen.

Die über diese Grenzen hinaus geleistete Arbeitszeit wird als Überstunden betrachtet und eröffnet Anrecht auf die Lohnerhöhungen, die gesetzlich vorgesehen sind.

  • Gegebenenfalls die Grenzen, Bedingungen und Modalitäten nach denen Überstunden geleistet werden können.

Rechte der Teilzeitbeschäftigten

Im Allgemeinen haben die Teilzeitbeschäftigten die gleichen Rechte, die den Vollzeitbeschäftigten per Gesetz und Kollektivabkommen im Unternehmen zugestanden werden (außer besondere vorgesehene Modalitäten).

Es besteht eine Lohngleichheit zwischen einem Voll- und einem Teilzeitbeschäftigten. Gleiches gilt für die Festlegung der Rechte, die an das Betriebsalter gebunden sind: Diese wird für die Teilzeitbeschäftigten berechnet, als wenn sie vollbeschäftigt wären.

Die Probezeit für einen Teilzeitbeschäftigten darf nicht länger sein als für einen Vollzeitbeschäftigten.