Die Kündigung durch den Arbeitnehmer

Das Gesetz erkennt das allgemeine Prinzip an, nach dem ein unbefristeter Arbeitsvertrag durch eine der beiden Vertragsparteien aufgelöst werden kann, wenn bestimmte Regeln der Form und der Kündigungsfristen eingehalten werden.

Einzuhaltende Regeln im Falle der Kündigung

Der Arbeitnehmer, der die Kündigung beschließt, muss dies per Einschreiben mitteilen. Das Gesetz akzeptiert jedoch andere Formen, wie z. B. die Kündigung mit Empfangsbescheinigung.

Kündigungsfrist

Die Kündigungszeit hängt von der Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers ab. Diese Betriebszugehörigkeit wird am Datum der Mitteilung der Kündigungsfrist ermessen.

BetriebszugehörigkeitZu respektierende Frist
5 Jahre1 Monat
von 5- 10 Jahre2 Monate
mehr als 10 Jahre3 Monate

In Luxemburg ist die Kündigungsfrist von Datum zu Datum festgelegt, d.h. dass nichts die Kündigungsfrist aussetzen oder unterbrechen kann. Das Enddatum der Kündigungsfrist kann also nicht wegen Krankheit oder Unfall während der Kündigungszeit unterbrochen werden. Dies gilt auch, wenn der Arbeitnehmer während seiner Kündigungszeit Urlaub nimmt.

Achtung: Der Arbeitnehmer, der den Arbeitsvertrag auflöst ohne die Vorschriften in Sachen Kündigungsfrist einzuhalten, muss dem Arbeitgeber eine Entschädigung zahlen, die dem Lohn für den Teil der nicht respektierten Kündigungsfrist entspricht. Diese nennt sich ausgleichende Kündigungsentschädigung.

Beginn der Kündigungsfrist

Ist die Kündigung vor dem 15. Tag des Monats mitgeteilt worden, beginnt die Kündigungszeit am 15. des Monats.

Ist die Kündigung nach dem 14. Tag des Monats mitgeteilt worden, beginnt die Kündigungszeit am 1. Tag des nachfolgenden Monats.

Achtung: Manche Gerichte nahmen als Referenzdatum nicht das Datum der Mitteilung, sondern das Datum, an dem die Post das Einschreiben abstempelte. Um eine solche Situation zu vermeiden, raten wir, den Demissionsbrief einige Tage vor den oben angegebenen Daten zu verschicken.

Die Freistellung von der Verpflichtung, seine Kündigungszeit stehen zu müssen, auf Initiative des Arbeitgebers

Bei der Demission des Arbeitnehmers hat der Arbeitgeber die Möglichkeit, diesen davon freizustellen, die Kündigungszeit zu stehen. Diese zugestandene Freistellung muss dem Arbeitnehmer schriftlich mitgeteilt werden.

Diese Freistellung hat jedoch keinerlei Lohn- bzw. Gehaltsverlust zur Folge. Der Arbeitnehmer kann jedoch von seinem Arbeitgeber nicht die Zahlung von Aufenthaltskosten oder Kilometergeld fordern, da er sich nicht mehr täglich zu seiner Arbeitsstelle begibt.

Während dieser Freistellung kann der Arbeitnehmer eine andere Arbeit beginnen. Der alte Arbeitgeber wird natürlich nicht die gesamten Kündigungsentschädigungen zahlen. Er wird nur den eventuellen Unterschied zwischen altem und neuem Lohn oder Gehalt bezahlen.

Die eventuelle Freistellung auf Antrag des Arbeitnehmers

Wenn der Arbeitnehmer seinen Arbeitsvertrag auflöst, kann er eine Freistellung von der Verpflichtung, die Kündigungszeit zu stehen, schriftlich beim Arbeitgeber beantragen. Akzeptiert der Arbeitgeber diese Freistellung, so gilt die Demission des Arbeitnehmers als eine Vertragsauflösung in beiderseitigem Einverständnis und erteilt kein Anrecht auf Lohnausgleich und auf Arbeitslosenentschädigungen.